Mittwoch, 5. März 2008
Pro, äh dingens
Schluss mit dem Aufschiebeverhalten! Als Gegenmaßnahme habe ich ein bisschen knallhart recherchiert, Kritiken wie Lesermeinungen verglichen und werde mir jetzt dieses Buch kaufen. (Die deutsche Ausgabe ist titelbedingt eher unkaufbar.)

Jetzt nur noch schnell diesen Blogeintrag fertig geschrieben, dann bin ich in der richtigen Stimmung, mit der Arbeit anzufangen.

[giardino, 11:53] Permalink (10 Kommentare) 359



Dienstag, 4. März 2008
Nachtgedanken
Dünnhäutig, müde, rastlos. Die beste Voraussetzung, mich in Online-Debatten zu verbeissen, wütend und mit missionarischem Eifer, sinnlos. Geradezu danach suchend, wie ein beschissener, lächerlicher Kampfhund.

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Jerusalem, surge, et exue te vestibus iucunditatis,
induere te cinere et cilicio,
quia in te occisus est Salvator Israel.

(Jerusalem, erhebe dich, ziehe die Freudengewänder aus,
bedecke dich mit Sack und Asche,
denn in dir wurde der Retter Israels getötet)
Gestern abend beim Singen einen Moment lang den eigenartigen Wunsch verspürt, selbst meine Kleider abzulegen und mich in grauen, harten, kratzenden Stoff zu kleiden.

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Dann die Erinnerung, als ich zuvor noch vom Büro aus meine Söhne anrief, der dünne Draht zu ihrem Alltag, ein-zwei mal die Woche. Normalerweise sind sie entweder mit irgendetwas beschäftigt, so dass sie den Kopf gerade gar nicht zum Erzählen frei haben, oder sie sprudeln umgekehrt alles ohne Punkt und Komma heraus, um plötzlich unvermittelt Gute Nahacht! in den Hörer zu rufen und ihn dem Bruder oder der Mutter in die Hand zu drücken.

Heute nahm mein Kleiner das Telefon ins Kinderzimmer mit zum Großen, stellte es auf Lauthören, was mich diesmal gar nicht störte, und dann fragten sie mich, gemeinsam. Was ich gerade täte. Ob ich denn auf der Arbeit einfach telefonieren dürfe. Und: was, ich würde im Chor singen? Ich singe seit bald fünf Jahren, und sie wissen es nicht, ich hatte es ihnen einfach nie erzählt. Und sie sprachen wieder davon, dass sie im August gerne mit der Möwe und mir nach Italien fahren würden.

Dieser ruhige, innige Moment am Abend, an dem die wichtigen Dinge zutage treten, den ich so vermisse, seit sie nicht mehr bei mir übernachten, unvermutet in einem fensterlosen, öden Besprechungszimmer am Telefon.

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Es ist sechs Uhr, die Morgenglocke läutet und irgendwo singt eine Amsel. Zwei Stunden geschlafen. Wird ein langer Tag werden.

[giardino, 06:04] Permalink (11 Kommentare) 578