Freitag, 6. Juni 2008
desorientiert
Und dann fällt mir wieder dieser merkwürdige Freitagnachmittag vor einer Woche ein. Der Kundentermin beendet, ich bringe noch den Kollegen von der Partnerfirma zum Ludwigshafener Bahnhof, muss tanken. Und folge den Straßenschildern mit Autobahn- und Überlandzielen, Hauptsache Ausfallstraßen, da sind immer Tankstellen. Nur irgendwie nicht in Ludwigshafen und Mannheim. Und ich fahre eine halbe Stunde durch die Gegend, biege in Gewerbegebiete ab, wo jedes zweite Geschäft ein Autohaus oder -waschanlage ist, aber nirgends Tankstellen.

Nach ca. 20 Kilometern sinnloser Kreuz- und Querfahrt finde ich endlich eine in Mannheim, tanke den Mietwagen voll, dann ab auf die Autobahn. Aber welche? Ich müsste auf die A6 Richtung Heilbronn, aber angezeigt werden nur Karlsruhe, Basel (beide A5), irgendwelche mehrstelligen Autobahnnummern mit Orten, die alle nicht recht in meiner Richtung liegen. Schließlich entscheide ich mich für »A6 Frankfurt«, immerhin die richtige Autobahn. Und fahre und fahre, bis schließlich Orte wie Darmstadt auftauchen und mir klar wird, dass ich ganz sicher falsch bin.

Dann ein Kreuz und wieder Schilder mit A6, nach Saarbrücken diesmal. Diese verdammte Autobahn scheint nur in eine Richtung zu gehen, und die führt weg von meinem Ziel. Egal, Hauptsache A6. Und ich fahre und fahre und immer wieder kommen Ausfahrten mit Ludwigshafen-Irgendwas. Ich könnte eigentlich an der nächsten Anschlussstelle die Richtung wechseln, aber ich fahre weiter auf gut Glück, ohne dass ein Ziel angezeigt würde, das ich auch nur halbwegs als richtig einordnen könnte, schließlich einen Riesenbogen um Ludwigshafen herum inklusive einem weiteren Schlenker von der Autobahn runter und wieder rauf, am Ende insgesamt sicher mehr als 60-70 Kilometer Umweg, bis endlich Heilbronn auftaucht und ich die richtige Straße nach Hause finde.

Anderthalb Stunden im Tran, erschreckend orientierungslos und irrational. Wie einer dieser Träume in heißen Nächten, in denen man in einer schier endlosen Schleife gefangen ist. Und ganz wie in einem Fantasy-Film beweist jetzt nur noch ein Stück Papier von der Tankstelle, dass ich mir das nicht nur noch einbilde.

[giardino, 00:36] Permalink (12 Kommentare) 509



Sonntag, 1. Juni 2008

Den 70sten meiner Mutter in einer idyllischen Mühle auf dem Land gefeiert.
Sehr leckeres Essen, und beim Rauschen des Mühlbachs lässt es sich da
sogar schön übernachten. Viel Fahrerei mit den Kindern, aber es hat sich gelohnt.

[giardino, 20:07] Permalink (6 Kommentare) 429