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Mittwoch, 16. Mai 2012
perplex
Am Montag war die Firmung meines (inzwischen nicht mehr ganz so) Kleinen. Schöne Feier in der Kirche (der Regensburger Weihbischof ist nicht so meine Kragenweite, aber immer noch besser als sein Chef), mein Großer machte Messdiener, meine Exfrau schien irgendwo anders zu sitzen, wo ich sie nicht sehen konnte.
Die traf ich dann am Ausgang, dort stand sie mit einem Baby auf dem Arm, das sie mir als ihren Sohn vorstellte. Es dauerte sicher mehrere Minuten und Nachfragen meinerseits, bis sie mir klargemacht hatte, dass das kein Scherz war und das Kind nicht zu irgendeiner Freundin gehörte.
Meine Exfrau hat einen acht Monate alten Sohn, und weder sie noch meine Jungs haben davon erzählt. Noch jetzt, zwei Tage später, bin ich immer noch fassungslos. Was für ein Riesengeheimnis, wieviel völlig sinnlos verschwendete Energie? Klar, gerade meine Exfrau, die so gerne eine eigene, vorzeigbare Familie hätte, wird ganz schön daran knabbern, jetzt schon drei Kinder zu haben und noch immer alleine zu sein (der Vater hat sich nach ihren Worten mit Nachricht der Schwangerschaft komplett abgeseilt), zumal in einer Kleinstadt. Dass ihr mögliche Nachfragen von mir unangenehm gewesen wären, versteh ich.
Aber dass sie, wenn nicht selbst verlangt, auch nur implizit in Kauf genommen hat, dass meine Jungs über ein Jahr lang eines der einschneidendsten Ereignisse ihres Lebens vor mir geheim halten, nicht mit mir teilen können, immer auf der Hut sein müssen, nicht etwas verlauten zu lassen, das nehme ich ihr übel. Es wäre ihre Aufgabe gewesen, diese Mauer zwischen uns einzureißen, indem sie selbst klare Verhältnisse mit mir schafft. Sie hätte mich nicht mal extra anrufen müssen; ein einziges Mal mich beim Jungsabholen zur Tür kommen lassen, anstatt dass die Kinder wie seit einem Jahr immer runter zu mir zum Auto kamen (merkwürdiger- bzw. jetzt erklärlicherweise) hätte schon gereicht.
Und dann spüre ich auch noch echte Erleichterung bei ihr, als sie merkt, dass ich sie gar nicht verurteile, einen kleinen Sohn ohne Vater zu haben. Und zum xten Mal frage ich mich, wer der Mann in ihrem Kopf sein muss, der meinen Namen trägt, den sie belügen muss, dem sie verheimlichen muss, den sie verklagen musste. Denn ich bin es nicht.
Die traf ich dann am Ausgang, dort stand sie mit einem Baby auf dem Arm, das sie mir als ihren Sohn vorstellte. Es dauerte sicher mehrere Minuten und Nachfragen meinerseits, bis sie mir klargemacht hatte, dass das kein Scherz war und das Kind nicht zu irgendeiner Freundin gehörte.
Meine Exfrau hat einen acht Monate alten Sohn, und weder sie noch meine Jungs haben davon erzählt. Noch jetzt, zwei Tage später, bin ich immer noch fassungslos. Was für ein Riesengeheimnis, wieviel völlig sinnlos verschwendete Energie? Klar, gerade meine Exfrau, die so gerne eine eigene, vorzeigbare Familie hätte, wird ganz schön daran knabbern, jetzt schon drei Kinder zu haben und noch immer alleine zu sein (der Vater hat sich nach ihren Worten mit Nachricht der Schwangerschaft komplett abgeseilt), zumal in einer Kleinstadt. Dass ihr mögliche Nachfragen von mir unangenehm gewesen wären, versteh ich.
Aber dass sie, wenn nicht selbst verlangt, auch nur implizit in Kauf genommen hat, dass meine Jungs über ein Jahr lang eines der einschneidendsten Ereignisse ihres Lebens vor mir geheim halten, nicht mit mir teilen können, immer auf der Hut sein müssen, nicht etwas verlauten zu lassen, das nehme ich ihr übel. Es wäre ihre Aufgabe gewesen, diese Mauer zwischen uns einzureißen, indem sie selbst klare Verhältnisse mit mir schafft. Sie hätte mich nicht mal extra anrufen müssen; ein einziges Mal mich beim Jungsabholen zur Tür kommen lassen, anstatt dass die Kinder wie seit einem Jahr immer runter zu mir zum Auto kamen (merkwürdiger- bzw. jetzt erklärlicherweise) hätte schon gereicht.
Und dann spüre ich auch noch echte Erleichterung bei ihr, als sie merkt, dass ich sie gar nicht verurteile, einen kleinen Sohn ohne Vater zu haben. Und zum xten Mal frage ich mich, wer der Mann in ihrem Kopf sein muss, der meinen Namen trägt, den sie belügen muss, dem sie verheimlichen muss, den sie verklagen musste. Denn ich bin es nicht.
[giardino, 19:53] Permalink (13 Kommentare) 1288
Sonntag, 15. April 2012
Küche einweihen: check

Geschwistermenü
[giardino, 23:16] Permalink (7 Kommentare) 774
angekommen

Zwischendrin drei Tage Konzertreise nach Niedersachsen, Gesualdo-Responsorien am Gründonnerstag im Kloster Lüne und am Freitag in einer Gemeindekirche nahe Celle. Ostern wieder zurück. Besuch meiner Jungs, die schnell das Haus für sich erobert haben und sich offenbar auch wohlfühlen; inzwischen auch schon wieder eine Woche Büro hinter mir. Und alles fühlt sich anders an. Nicht nur, dass langsam durchsickert, nicht mehr in Erlangen zu wohnen. Auch der Tag ist ganz anders, wenn ich aufwache, das Fenster öffne und erst einmal ein paar Minuten lang über die Felder gucke, wilde Rebhühner und Feldhasen und startende Flugzeuge beobachte, später bereits angezogen am Frühstückstisch meinen Kaffee trinke und dann mit dem Auto anstatt wie die letzten Jahre mit Bus oder (selten) Fahrrad in die Arbeit fahre.
Und wie schön es ist, zuhause mit einem Mal so viel Platz zu haben, eine große Wohnküche, wie wir sie uns immer gewünscht haben, ein Zimmer nur für Musik und Bücher, sogar ein Raum nur für Anziehsachen (der totale Luxus!), vor dem Wohnzimmerfenster eine Terrasse und kleiner Garten, und zu wissen, dass uns kein Vermieter mehr vorschreiben wird, wie wir zu leben haben.
Das ist alles so wunderbar; wenn mir jemand vor 10 Jahren erzählt hätte, als ich nach meiner Trennung allein und finanziell hinüber war, dass ich glücklich verheiratet sein und in eigenen vier Wänden leben würde, ich hätte ihn vermutlich belächelt. Und ich bin sehr, sehr dankbar, wie sich das alles entwickelt und gefügt hat.
[giardino, 22:47] Permalink (13 Kommentare) 1033
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