Frage an anwesende Philosophen und Physiker
Wenn der Zustand eines normalerweise komplett unbeobachteten Objekts plötzlich von einem Beobachter gemessen wird, kann man dann sagen, dass der Beobachter diesen Zustand gewissermaßen erst hervorgerufen hat? Wenn also zum Beispiel, mal rein hypothetisch, eine Vermieterin den Teil eines Treppenhauses, den niemand betritt, als schmutzig bemängelt — wäre er ohne sie und ihre Schnüffelei Zustandsmessung überhaupt schmutzig?
[giardino, Mittwoch, 13. Februar 2008, 10:48] 420
frau stella,
Mittwoch, 13. Februar 2008, 11:58
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Eine interessante Frage. Ist alles, was man nicht betrachtet oder bedenkt, folglich auch nicht existent. Wird es, je mehr Menschen daran denken, existenter? Gibt es Wahrnehmungslöcher? Kann man sie erkennen oder betreten, ohne sie sofort wieder durch das Sein zu zerstören? Sehr spannend alles....
Schrödingers Katze wäscht sich nicht?
Doch, aber das weiß man erst, wenn sie tot ist. Oder so ähnlich.
Descartes hat genau für den von Ihnen beschriebenen Fall die einfache Regel entwickelt, dass nichts als schmutzig bezeichnet werden darf, wenn es sich nicht so klar und deutlich dem Geist offenbart, dass man es nicht mehr bezweifeln kann. (Sauberkeit ist im geordneten Aufstieg vom Erdgeschoss hin zum Dachstuhl zu suchen.) Lektüre-Empfehlung.
Und Glückwunsch Ihnen beiden!
Und Glückwunsch Ihnen beiden!
Na, dieser Descartes hat ja gut reden. Als Adliger hatte der doch sicher eine Putzfrau für sowas.
gedankenmaler,
Donnerstag, 14. Februar 2008, 15:28
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Ich persönlich halte von diesem Gedankenspiel nicht allzu viel.
Wie heißt es doch immer so schön am Ende aller Konzepte?: Es ist, wie es ist.
Ob man es mißt oder nicht, ob man es auf die eine oder die andere Art mißt - es ist, wie es ist.
Wie heißt es doch immer so schön am Ende aller Konzepte?: Es ist, wie es ist.
Ob man es mißt oder nicht, ob man es auf die eine oder die andere Art mißt - es ist, wie es ist.
Hm. Gerade die Frage, ob etwas wirklich so ist, wie es ist, oder ob es nur eine von vielen Interpretationen darstellt, halte ich nicht nur für Gedankenspiel.
(Praktisch gesehen haben Sie natürlich recht, als dass es sinnlos ist, z. B. mit der Vermieterin lange über ihren Begriff von schmutzig zu streiten oder wen es eigentlich interessiert, wie der Treppenabsatz im obersten Stock aussieht, wenn dort ohnehin niemand wohnt oder entlang muss. Abgesehen von ihr, die sich nur zu diesem Zweck alle paar Wochen in unser Treppenhaus schleicht.)
(Praktisch gesehen haben Sie natürlich recht, als dass es sinnlos ist, z. B. mit der Vermieterin lange über ihren Begriff von schmutzig zu streiten oder wen es eigentlich interessiert, wie der Treppenabsatz im obersten Stock aussieht, wenn dort ohnehin niemand wohnt oder entlang muss. Abgesehen von ihr, die sich nur zu diesem Zweck alle paar Wochen in unser Treppenhaus schleicht.)
gedankenmaler,
Sonntag, 17. Februar 2008, 18:18
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Ich denke, man muss zwischen einem objektiven und einem subjektiven Anteil unterscheiden - und überhaupt beidem seinen Platz lassen. Ein objektiv gegebenes Ding ist in seinem Sein und "So-Sein" denke ich durchaus selbständig. Dann aber gibt es auch die Ebene, dass das Subjekt dieses Ding in seinem privaten Licht sieht. Dabei belädt es das Ding auch mit "Bedeutung" und Wertung.
Ich denke jedenfalls, dass man das Objektive nicht völlig leugnen kann. Selbstverständlich sollte doch jedes Subjekt annehmen, dass es noch "Realität" bzw. Sein außerhalb von ihm selbst gibt.
______
EDIT: Nachträglich ist mir jetzt noch eingefallen, dass "Schmutz" von Anfang an schon eine "Erfindung" des Menschen ist.
Ich denke jedenfalls, dass man das Objektive nicht völlig leugnen kann. Selbstverständlich sollte doch jedes Subjekt annehmen, dass es noch "Realität" bzw. Sein außerhalb von ihm selbst gibt.
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EDIT: Nachträglich ist mir jetzt noch eingefallen, dass "Schmutz" von Anfang an schon eine "Erfindung" des Menschen ist.

