zerstreut
Okay. Jeder, der seine Meinung über die richtige Art von Beziehungen kund tut, verteidigt ohnehin nur seine eigenen Lebensumstände, geschenkt. Aber nach verschiedenen Erfahrungen kann ich zumindest für mich behaupten, dass partnerschaftlicher Gleichklang etwas Wunderbares ist. Sich nie erklären zu müssen vor allem. Aber schön schon auch, wenn man einige ganz praktische Dinge wie Reisevorlieben, Lieblingsessen oder Ideen von Haushaltsführung miteinander teilen kann. Man muss sich übrigens auch nicht regelmäßig streiten, um auch nach Jahren das Interesse aneinander aufrecht erhalten zu können, egal, was man Ihnen sagt (oder ich selber früher behauptet hätte).
Eher ungünstig erweist es sich allerdings, wenn beide gleichermaßen dazu neigen, nach einer stressigen Woche ein wenig schusselig zu werden. Und ihnen beim zufriedenen Angucken eines Krimis plötzlich auffällt, dass sie stattdessen eigentlich gerade in einer Konzerthalle sitzen und sich von Dieter Nuhr unterhalten lassen sollten, wofür die Eintrittskarten seit Monaten am Kühlschrank hingen.
Eher ungünstig erweist es sich allerdings, wenn beide gleichermaßen dazu neigen, nach einer stressigen Woche ein wenig schusselig zu werden. Und ihnen beim zufriedenen Angucken eines Krimis plötzlich auffällt, dass sie stattdessen eigentlich gerade in einer Konzerthalle sitzen und sich von Dieter Nuhr unterhalten lassen sollten, wofür die Eintrittskarten seit Monaten am Kühlschrank hingen.
[giardino, Samstag, 12. April 2008, 00:10] 865
Ach, solange das jetzt nicht in gegenseitige Vorwürfe ausartet: "Du hättest doch dran denken müssen!" - "Nein, Du! Immer vergisst Du solche Sachen..." gibt es doch Schlimmeres, oder?
An dieser Stelle kam uns unsere (ebenfalls gleich verteilte) Milde kleinen Schwächen gegenüber zugute. :)
Immerhin wollten Sie noch gemeinsam etwas unternehmen. Schwierig finde ich ja Beziehungen, in denen man nichts mehr mit dem Partner, nur noch mit Dritten, unternehmen will. So haben Sie es halt gemeinsam vergessen. Aber immerhin gemeinsam.
Ich hoffe, wir halten da die Balance. Denn, so alarmierend es in der Tat ist, wenn die Genügsamkeit miteinander verloren geht, so ungut (und unerträglich für ihre Umgebung) finde ich es ja umgekehrt auch, wenn Menschen im Moment ihrer Paarwerdung von der Bildfläche verschwinden oder nur noch im Doppel zu haben sind.
Das wäre das andere Extrem. So etwas ist auf Dauer genauso tödlich. Man hat ja schließlich Interessen, die der andere nicht teilt und was auch nicht schlimm ist. Außerdem kommen so ja neue Anregungen in eine Partnerschaft. Da muß man eine Balance finden und meistens klappt so was ja auch, meiner Erfahrung nach.
Autsch! Finster. :(
Nachtrag: Haha, die Tickets in der Hand stellt meine Möwe gerade fest, der Auftritt sei in Bamberg gewesen. Wir waren auch noch der festen Überzeugung, es wäre Nürnberg. :)
Hihi, wenn sich jetzt bei nochmaligem Betrachten der Tickets herausstellen sollte, dass es nicht die Eintrittskarten für einen Dieter-Nuhr-Auftritt waren, sondern für einen bunten Abend mit Michael Mittermaier, dann ist wirklich alles in bester Ordnung.
Und wenn's dann noch der 11.5. wäre... noch besser. :)
gorillaschnitzel,
Sonntag, 13. April 2008, 03:07
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)
Sie ham´s gut. Wirklich. Hört Liest sich so an.
kaltmamsell,
Sonntag, 13. April 2008, 21:47
(Permalink
)
Stimme Ihnen zu. Hier das Pendant: Abgehetzt von der Arbeit kommen, weil für den Abend ein gemeinsamer Veranstaltungsbesuch geplant ist. Beim Betreten der Wohnung diesen speziellen Blick in seinen Augen sehen. Auch so gucken. Bis einer sagt: "Wir MÜSSEN da nicht hin..." Und dann erleichtert und seelenruhig die Karten verfallen lassen.
"Man muss sich übrigens auch nicht regelmäßig streiten ..."
Das behauptet jemand ernsthaft?
Das behauptet jemand ernsthaft?
Ich habe schon einige kennengelernt, für die Streit (in Grenzen, natürlich) Ausdruck für eine funktionierende Partnerschaft ist, weil er ein Zeichen dafür sei, dass man sich auseinandersetze. Und die auch den Umkehrschluss ziehen, nachdem fehlender Streit Ausdruck unguter Harmoniesucht oder gar Gleichgültigkeit sei. Tendenziell war ich dieser Meinung früher schon auch.
Es ist wohl eine Frage der Authentizität. Wenn die Harmonie real ist und nicht verdeckte und unausgelebte Wünsche und Sehnsüchte übertüncht, ist der ruhige Gleichklang sicher die angenehmere Variante. Beim Streiten kommt es darauf an, ob man trotz allem irgendwie "sportlich fair" bleiben kann, an der Sache. Keine Grenzen überschreitet und die Basis nicht gefährdet. Auch das eine Frage der Konstellation - und selten.
Das ist aber dann schon sonderbar, Streiten gegen die Gleichgültigkeit. Ich hoffe ja, dass das auch anders geht. Also bei geht's bisher.

