weit oben
Die Kabine ist ein einziges Zeitungsdauerknistern. Draußen rast im Scheinwerferlicht ein Hase quer über die Rollbahn, während wir auf den Start warten. Als wir abheben, versuche ich wie immer erfolglos, den Moment zu erwischen, an dem der Maßstab wechselt. Wo aus Straßen und Gebäuden plötzlich nur noch Netze werden, wie von Blutgefäßen durchzogene Organe.
Wir steigen höher und irgendwann stehen oben die Sterne und unten ziehen Städte wie kleine Galaxien vorbei, manchmal unendlich scharf und detailreich, manchmal von kleinen Wolken in rötliche Nebel gehüllt, und ich denke mir, die Menschen dort unten in ihrer Galaxie könnten jetzt nicht weiter entfernt sein.
Random town at night, von tripu
Wir erreichen irgendwann die Küstenlinie des Mittelmeers, an der wir uns den Rest des Flugs entlang hangeln, ich tippe auf Ligurien. Ich verscheuche eine Fliege von meinem Unterarm, vielleicht die einzige Münchner Fliege, die jemals an die Costa Brava fliegen wird. Wenn sie heute nicht schon irgendwo anders zugestiegen ist. Und ich kann mich an all der Landschaft da unten nicht satt sehen. Komme mir unglaublich groß vor, weil dort unten alles so klein ist, dabei sitze ich auch nur in einer winzigen Stahlzigarre, die von ein paar Kubikmetern Kerosin mit knapp 900 Kilometern in der Stunde über Europa geschleudert wird.
Die Faszination für dieses Surreale, mit der ich immer noch bei jedem Flug wie ein kleines Kind am Fenster hänge. Ganz wie vor ein paar Jahren, als ich in Grönland war. Irgendwie zumindest war ich schon mal dort, als in der Nacht die Wolkendecke unter uns plötzlich aufriss und im Mondlicht seine schneeweißen Berge und Buchten entlangzogen.
Unwirklich und erhaben.
Wir steigen höher und irgendwann stehen oben die Sterne und unten ziehen Städte wie kleine Galaxien vorbei, manchmal unendlich scharf und detailreich, manchmal von kleinen Wolken in rötliche Nebel gehüllt, und ich denke mir, die Menschen dort unten in ihrer Galaxie könnten jetzt nicht weiter entfernt sein.

Random town at night, von tripu
Die Faszination für dieses Surreale, mit der ich immer noch bei jedem Flug wie ein kleines Kind am Fenster hänge. Ganz wie vor ein paar Jahren, als ich in Grönland war. Irgendwie zumindest war ich schon mal dort, als in der Nacht die Wolkendecke unter uns plötzlich aufriss und im Mondlicht seine schneeweißen Berge und Buchten entlangzogen.
Unwirklich und erhaben.
[giardino, Dienstag, 1. Juli 2008, 01:03] 438
frau klugscheisser,
Dienstag, 1. Juli 2008, 01:21
(Permalink
)

Grönland. Leider nur am Tag.
Ich liebe Fliegen. Trotz über 150.000 erflogener Air Berlin Meilen, ich sitz immer am Fenster.
Nur vorne im Cockpit saß ich noch nicht - im Gegensatz zu Petra. Nachts beim Anflug aufs weihnachtliche Nürnberg. Muss traumhaft gewesen sein.
Auch nur tagsüber, dafür Grönland oder Arktis oder sowas.
Nur vorne im Cockpit saß ich noch nicht - im Gegensatz zu Petra. Nachts beim Anflug aufs weihnachtliche Nürnberg. Muss traumhaft gewesen sein.
Auch nur tagsüber, dafür Grönland oder Arktis oder sowas.
Grönland ist ja auch noch so ein Traum von mir, aber mit Aussteigen dann.
Meinen ersten nächtlichen Landeanflug hatte ich letzten Herbst auf Mallorca, das war sehr beeindruckend. So viele Lichter.
Meinen ersten nächtlichen Landeanflug hatte ich letzten Herbst auf Mallorca, das war sehr beeindruckend. So viele Lichter.
Müssen Sie sich beeilen, wenn Sie dort noch Schnee sehen wollen.
Und je mehr hinfliegen, desto mehr muss man sich beeilen. ;)
Ich weiß nicht, ob ich dort gerne aussteigen würde. Auf meiner Liste der "Orte, die ich unbedingt noch sehen will" sind noch viele (meist wärmere) darüber abzuhaken. Okay, gerade heute wirkt so ein wenig Frische schon verlockend.
Ich weiß nicht, ob ich dort gerne aussteigen würde. Auf meiner Liste der "Orte, die ich unbedingt noch sehen will" sind noch viele (meist wärmere) darüber abzuhaken. Okay, gerade heute wirkt so ein wenig Frische schon verlockend.
Danke für die Fotos. Tagsüber vielleicht eine Nuance weniger unwirklich, aber nicht weniger erhaben.
Apropos unwirklich: Gestern Mittag habe ich noch den Fuß ins Mittelmeer gehalten, gestern nachmittag war ich eine Stunde in Hamburg und keine zwei Stunden später rechtzeitig zum Endspiel schließlich zuhause. Wir schaffen es in den letzten Jahren kaum, mal nach Hamburg zu kommen, weil so weit weg und Autofahrt so lang bzw. Bahn und Flug so teuer, und dann bin ich (auf dem Weg vom Mittelmeer!) einfach mal eben dort, nur weil es keinen direkten Rückflug nach Nürnberg gab. Mag sein, dass abgeklärte Vielflieger und coole Businesskasper das normal und langweilig finden. Ich finde es verrückt.
Apropos unwirklich: Gestern Mittag habe ich noch den Fuß ins Mittelmeer gehalten, gestern nachmittag war ich eine Stunde in Hamburg und keine zwei Stunden später rechtzeitig zum Endspiel schließlich zuhause. Wir schaffen es in den letzten Jahren kaum, mal nach Hamburg zu kommen, weil so weit weg und Autofahrt so lang bzw. Bahn und Flug so teuer, und dann bin ich (auf dem Weg vom Mittelmeer!) einfach mal eben dort, nur weil es keinen direkten Rückflug nach Nürnberg gab. Mag sein, dass abgeklärte Vielflieger und coole Businesskasper das normal und langweilig finden. Ich finde es verrückt.
frau klugscheisser,
Donnerstag, 3. Juli 2008, 22:05
(Permalink
)
Jedes Mal wenn ich nach 12 Stunden irgendwo auf der anderen Seite des Erdballes aussteige, denke ich: "So ein Wahnsinn! Das kann nicht normal sein."
Soviel dazu.
Soviel dazu.
Schöner kann man das nicht in Wort kleiden! Danke!
PS Mir geht es auch so, wenngleich ich immer am Gang sitze und mich die wahnsinnigen Wolkenformationen mehr begeistern.
PS Mir geht es auch so, wenngleich ich immer am Gang sitze und mich die wahnsinnigen Wolkenformationen mehr begeistern.
Oh, am Gang, da saß ich einmal und das gefiel mir gar nicht. Dann kommt wieder meine "Motion Sickness" durch.
Aber seit ich mit 8 das erste Mal flog (nach Malle natürlich) liebe ich es. Wenn einen das Tempo beim Start in den Sitz drückt und dann fühlt man, wie man den Boden unter den Rädern verliert... Alles wird rasend schnell kleiner und es gelingt mir nur so selten, einzelne Straßen auszumachen weil alles so anders aussieht von da oben. Und plötzlich ist man über einer anderen Stadt.
Wobei ich bei meinem Flug nach Amiland tatsächlich die Halbinsel Howth bei Dublin ausmachen konnte. Das hat mich derartig in Freude versetzt, man sollte es kaum glauben...
Aber seit ich mit 8 das erste Mal flog (nach Malle natürlich) liebe ich es. Wenn einen das Tempo beim Start in den Sitz drückt und dann fühlt man, wie man den Boden unter den Rädern verliert... Alles wird rasend schnell kleiner und es gelingt mir nur so selten, einzelne Straßen auszumachen weil alles so anders aussieht von da oben. Und plötzlich ist man über einer anderen Stadt.
Wobei ich bei meinem Flug nach Amiland tatsächlich die Halbinsel Howth bei Dublin ausmachen konnte. Das hat mich derartig in Freude versetzt, man sollte es kaum glauben...
gorillaschnitzel,
Sonntag, 6. Juli 2008, 13:48
(Permalink
)
Nachts fasziniert natürlich noch mehr als am Tag (was ja aber auch schon sehr beeindruckend ist). Das Schöne für mich daran: Man sieht keine Grenzen von oben. Höchstens natürliche Grenzen wie Flüsse, Bergketten oder das Meer.
Über die Alpen! Hach. Oder wenn nach Stunden über das nachtdunkle Afrika auf einmal Kinshasa auftaucht...
Über die Alpen! Hach. Oder wenn nach Stunden über das nachtdunkle Afrika auf einmal Kinshasa auftaucht...

