Hang
Da ich weiß, dass die wenigsten Leser Links anklicken, muss ich heute mal mit meinem Prinzip brechen, keine bewegten Bilder (geschweige Youtube-Videos) auf die Blogseite zu heben.



Dieses wunderbare Instrument, dessen entrückender Klang irgendwo zwischen Tabla und Steel Pan zu liegen scheint, gibt es erst seit wenigen Jahren; es wurde in der Schweiz erfunden und heißt Hang (mit dem etwas albernen Plural Hanghang), was im Dialekt nichts anderes als Hand bedeuten soll.

Wühlt man sich durch Youtube (oder die umfangreiche Liste von Hang-Spielern im Weblog eines Hang-Fans), trifft man oft auf nette Improvisationen (Video), aber selten gehaltvollere Musik. Eine herausragende Ausnahme ist Manu DelAgo aus Österreich, der auch im Video oben zu sehen ist. Er hat unter anderem ein Duett mit einem Bassklarinettisten aufgenommen (Video), ebenso ein zwischenzeitlich recht jazziges Livealbum zusammen mit Bass, Schlagzeug und Violine/Gesang (Video 1, 2), was mir alles sehr gefällt. Meine Bestellung über DelAgos Webseite ist jedenfalls raus — dort gibt es auch rechts oben einen Audioplayer zum Reinhören.

Wenn Sie jetzt auch unbedingt ein Hang haben wollen: Es sieht schlecht aus. Selbst wenn Sie die ca. 1200 Euro übrig hätten, so sind bis ins nächste Frühjahr alle Instrumente schon vorbestellt und danach wird es wieder eine längere Herstellerpause geben. Solange können Sie sich ja Hanghang anhören. Zum Beispiel mit Smells Like Teen Spirit.

[giardino, Samstag, 26. Juli 2008, 14:09] 559



croco, Montag, 28. Juli 2008, 13:03   (Permalink )
Jetzt weiß ich, dass es kein Wok war, den ich in Venedig gehört habe, danke.
Die Musik erfüllt hier oft das ganze Haus ( auf CD eben)
Diese Klänge sind zauberhaft, dass es schade ist, dass die Instrumente so selten sind.

giardino, Montag, 28. Juli 2008, 13:56   (Permalink )
Was für eine CD haben Sie denn?

vert, Montag, 28. Juli 2008, 13:27   (Permalink )
verbringt man hingegen seine zeit im öffentlichen raum, z.b. in einem straßencafé, können klangschalenspielerinnen schon mal etwas enervierend wirken - nach einer halben stunde hat man das gefühl, diese feinsinnigen tonfolgen würden direkt durch behämmern der eigenen schädelplatte erzeugt. etwas schwindelig wankt man von dannen.

giardino, Montag, 28. Juli 2008, 13:54   (Permalink )
Hihi. Ein Schädel aus Stahl ist aber nicht nur zu verachten.

vert, Montag, 28. Juli 2008, 14:35   (Permalink )
damit kann man dann nötigenfalls auch mal durch die wand, hat aber in diesem fall den, nunja, hang zur achillesverse, nur obenrum.

kid37, Dienstag, 29. Juli 2008, 15:07   (Permalink )
Am Morgen nach einer langen Nacht könnte man da rasch zum Stählernen werden. (Gedacht: "Ich mach ihnen da mal eben einen Knoten rein.")

Ich finde aber auch hier wieder, wie generell beim Musikmachen, die Expertise, das Beherrschen von Klang & Körper schwer faszinierend.

kristof, Dienstag, 29. Juli 2008, 13:16   (Permalink )
Coole Dinger, klingt prima. (Sicher schwer zu spielen.)

etosha, Dienstag, 29. Juli 2008, 14:39   (Permalink )
Sehr cool! War mir neu! Hab den Link zu deinem Eintrag gleich meinem Lieblingsschlagzeuger weitergeleitet.

diejuliapunktnet, Samstag, 2. August 2008, 00:29   (Permalink )
Der Manu... ich hab den Herrn erstmals im September 07 auf der Bühne gesehen ( http://www.diejulia.net/wp/wp-content/uploads/2007/September/Juci/IMG_7108k.jpg ) und war absolut schwerst begeistert von ihm - und vom Hang, das ich bis dahin auch nicht gekannt hatte...

Fein zu sehen, daß sein Bekanntheitsgrad die Landesgrenzen überwindet!

giardino, Sonntag, 3. August 2008, 00:02   (Permalink )
Ha, klasse. Die Bloggerwelt ist klein. (Und danke für das Foto!)

au lait, Freitag, 8. August 2008, 19:30   (Permalink )
stahlpfannen können auch jenseits der karibik und von herdfeuern immer wieder begeistern.