London CCTV

Was wohl die über 50 Opfer der Rucksackbomber dazu sagen würden?
Oder Jean Charles de Menezes?

Stelle wieder fest, bei diesem Thema keinen Humor aufzubringen.

[giardino, Dienstag, 23. September 2008, 14:43] 408



gorillaschnitzel, Dienstag, 23. September 2008, 16:07   (Permalink )
Vor allem: CCTV ist das staatliche Fernsehen der Volksrepublik China! Da kriecht das doch irchendwie eine chanz neue Bedeutung, nich?

Die richtigen "Kommentare" zu dem Kamerascheiß hat übrigens Banksy:

http://www.dsng.net/uploaded_images/banksy_what_full-769135.jpg
http://img.dailymail.co.uk/i/pix/2008/04_03/Banksy2CCTVSPL_468x443.jpg

monolog, Dienstag, 23. September 2008, 18:41   (Permalink )
Glücklicherweise, es müsste mehr Menschen dabei der Humor flöten gehen.

giardino, Mittwoch, 24. September 2008, 15:19   (Permalink )
Kein Bus, kein Gebäude, keine Straßenecke in London ohne Kamera. An einem einzigen Bahnsteig in der Ubahn habe ich einmal 18 Kameras gezählt. Dazu überall Plakate und Schilder, die »korrektes« Benehmen anmahnen, auf Videoüberwachung hinweisen oder z. B. darauf, dass alles, was irgendwelche "Amtspersonen" wie etwa Busfahrer auch nur als Beleidigung verstehen könnten, unbarmherzig verfolgt werde. Ach ja, nicht zu vergessen: Plakate, die dazu auffordern, jegliches verdächtiges Verhalten sofort Sicherheitsleuten oder Polizei zu melden (1, 2, 3). Ein Land in Paranoia.

Es ist alles so einfach. Sobald man einmal verinnerlicht hat, dass der Mensch im Grunde schlecht sei und nur durch Kontrolle und Bestrafung im Zaum zu halten, braucht man nicht mehr mühsam nach tatsächlichen Ursachen zu suchen (oder sich zu fragen, ob die allumfassende Kontrolle mit ihrer innewohnenden Verstärkung von Vorurteilen nicht selbst den Boden düngt, auf dem Gewalt und asoziales Verhalten gedeihen).

In einer solchen Gesellschaft möchte ich nicht leben. Weit weg davon sind wir allerdings nicht, fürchte ich.

kid37, Mittwoch, 24. September 2008, 16:46   (Permalink )
Busse, S-Bahnen, U-Bahnen, Gebäudeeingänge, öffentliche Plätze - alles überwacht. In Hamburg angeschoben durch schwere Schlägereien, sexuelle Gewalt - wer will da schon "Nein" sagen, wenn die Lösung "Überwachung" heißt. Zivilcourage kehrt damit auch nicht zurück, die Leute drehen sich (irgendwo auch verständlicherweise) weiter weg - und warten auf die Autoritätspersonen, die dafür "zuständig" seien. Ein wenig wie Müll, den auch niemand aufhebt, weil es dafür einen Service gibt. Don't draw funny faces, sie haben alles auf Band.