Umbrüche, zaghafte
Dass ein Tag, der so müde und mit Kopfschmerzen beginnt, so gut enden kann. Ein bisschen liegt es sicher daran, dass ich mit dem Fahrrad ins Büro gefahren bin, um meinen Kreislauf langsam mal wieder in den Griff zu bekommen, der seit der zweimonatigen Zwangspause durch den gebrochenen Fuß schon bei kleinsten Anstrengungen im roten Bereich dreht. Zwar komme ich trotz langsamen Fahrens japsend und schwitzend an, aber es fühlt sich irgendwie gut an.
Zum anderen lag es sicher auch ein bisschen daran, dass ich auf der Heimfahrt beim Überqueren des Kanals und dem Anblick der Hochhäuser im Mondlicht den Beschluss fasste, zuhause nur schnell Kamera und Stativ zu schnappen und sofort nochmal loszufahren. Bestimmt eine Stunde brachte ich so zu, fotografierend und weitgehend alleine auf dem Uferweg im Dunkeln, bis meine Finger schließlich klamm vor Kälte waren und ich selbst glücklich. Ich dann nach der Rückkehr ins warme Zuhause im Kühlschrank neben einem Salat mit Schafskäse einen Teller mit Carpaccio vorfand, das die Möwe extra für mich heute nachmittag vorbereitet hatte, bevor sie wegfuhr. Es war köstlich und erinnerte an unseren Sardinienurlaub.
Aber hauptsächlich liegt es wohl daran, dass die Arbeit langsam wieder beginnt, Spaß zu machen. Nicht jeden Tag, nicht in jeder Hinsicht, aber doch kontinuierlich öfter und mehr. Das Projekt ist hoffnungslos chaotisch wie eh und je, aber ich bin mit der Versetzung ins Marketing einige nervtötende Koordinierungsaufgaben losgeworden, lerne endlich wieder fachlich hinzu, habe einen neuen Chefchef, der meine Meinung zu schätzen scheint und mich fordert, darf mir Gedanken über Markteinführung in verschiedenen Ländern machen, darf Broschüren entwerfen, Seminare zu spannenden Themen besuchen, und stelle immer öfter fest, dass ich mich nicht verstecken muss mit meinen Gedanken und Vorgehensweisen, dass ich das Vakuum der Verzagtheit und Unentschlossenheit im Projekt und Management um mich herum für mich und meine Ideen nutzen kann, die dann sogar meist auch noch dankbar angenommen werden.
Hinzu kommt, dass die Abteilung mehr als glimpflich durch das Krisenjahr gekommen ist, ich mir also um meine Zukunft derzeit keine grundsätzlichen Sorgen machen muss wie noch vor einem halben Jahr, als das Geschäft und in Folge auch der interne Stellenmarkt vorübergehend eingebrochen war. Und so muss ich mir derzeit weder wünschen, dass die unbeständige, mich zuweilen in den Wahnsinn treibende firmenübergreifende Kooperation zerbrechen möge, noch würde es mich in allzugroße Nöte bringen (so schade es auch wäre, wenn »mein« Produkt jetzt doch noch über den Jordan gehen sollte).
Es ist anstrengend, auch weil ich täglich Energie brauche, um manche in vielen Jahren eingefahrene Verhaltensweisen zu überwinden. Aber so darf es andauern, und wer weiß, vielleicht entwickle ich mich am Ende sogar irgendwie weiter.
Zum anderen lag es sicher auch ein bisschen daran, dass ich auf der Heimfahrt beim Überqueren des Kanals und dem Anblick der Hochhäuser im Mondlicht den Beschluss fasste, zuhause nur schnell Kamera und Stativ zu schnappen und sofort nochmal loszufahren. Bestimmt eine Stunde brachte ich so zu, fotografierend und weitgehend alleine auf dem Uferweg im Dunkeln, bis meine Finger schließlich klamm vor Kälte waren und ich selbst glücklich. Ich dann nach der Rückkehr ins warme Zuhause im Kühlschrank neben einem Salat mit Schafskäse einen Teller mit Carpaccio vorfand, das die Möwe extra für mich heute nachmittag vorbereitet hatte, bevor sie wegfuhr. Es war köstlich und erinnerte an unseren Sardinienurlaub.

Hinzu kommt, dass die Abteilung mehr als glimpflich durch das Krisenjahr gekommen ist, ich mir also um meine Zukunft derzeit keine grundsätzlichen Sorgen machen muss wie noch vor einem halben Jahr, als das Geschäft und in Folge auch der interne Stellenmarkt vorübergehend eingebrochen war. Und so muss ich mir derzeit weder wünschen, dass die unbeständige, mich zuweilen in den Wahnsinn treibende firmenübergreifende Kooperation zerbrechen möge, noch würde es mich in allzugroße Nöte bringen (so schade es auch wäre, wenn »mein« Produkt jetzt doch noch über den Jordan gehen sollte).
Es ist anstrengend, auch weil ich täglich Energie brauche, um manche in vielen Jahren eingefahrene Verhaltensweisen zu überwinden. Aber so darf es andauern, und wer weiß, vielleicht entwickle ich mich am Ende sogar irgendwie weiter.
[giardino, Dienstag, 3. November 2009, 23:04] 689
Ich beneide Sie.
Arbeit, die wieder Spaß zu machen beginnt, das muß toll sein.
Und die orange beleuchtete Platte gefällt mir auch gut. Dieses Gefühl nach so einer Feierabendphototour, das ist berauschend manchmal, nicht wahr?
Arbeit, die wieder Spaß zu machen beginnt, das muß toll sein.
Und die orange beleuchtete Platte gefällt mir auch gut. Dieses Gefühl nach so einer Feierabendphototour, das ist berauschend manchmal, nicht wahr?
Absolut. Wenn es gut war, bin ich nach einer solchen Tour auf eine ganz eigene Art... gesättigt. (Leider ist die Arbeit in dieser Woche gleich schon wieder in großen Stress mit den üblichen Durchschlafproblemen ausgeartet. Selten, dass es einfach mal fließt, ohne Extreme in die eine oder andere Richtung.)
das klingt wirklich gut. haben sie nicht auch noch einen job für mich? ;)

