Geschlagen
Der Unterhaltsprozess war am Donnerstag, ziemlich genau ein halbes Jahr nach dem ersten Anwaltsbrief, mit dem der Ärger losging. Es wurde ein Vergleich geschlossen, nachdem ich die nächsten viereinhalb Jahre zusätzlich zum (unstrittigen und nicht gerade geringen) Kindesunterhalt dann doch auch noch Gattenunterhalt zu zahlen habe, der gestaffelt abnimmt, bis meine Kinder 15 und 17 sind.
Da diese Lösung grundsätzlich vom Richter vorgeschlagen wurde, hatte ich wenig Hoffnung, durch einen Urteilsspruch (statt Vergleich) ein besseres Ergebnis erzielen zu können, und der dann anschließende Gang in die höhere Instanz hätte den Ärger auf Jahre hinaus verlängert, um am Ende vielleicht einen Hunderter im Monat weniger zahlen zu müssen.
Aber ich fühle mich dennoch geschlagen und zutiefst verletzt. Dass sie mit ihrem Krankenschwester-Halbtagsjob jetzt über 3000 Euro monatlich zur Verfügung hat, wo mir trotz Vollzeit und super Bezahlung nur ein Bruchteil davon bleibt, dazu ein eigenes Einfamilienhaus mit Garten, während wir sogar als Doppelverdiener unseren Traum, zumindest irgendwo weit draußen von Erlangen jemals ein eigenes Häuschen zu haben, womöglich jetzt begraben müssen, das kann mir keiner sagen, dass das gerecht ist.
Die neue Rechtssprechung des BGH, wonach regulär erst einmal Vollzeit verlangt wird, wenn das jüngste Kind drei Jahre ist, ist selbst für meinen Geschmack reichlich hart. Aber 15 Jahre? Im Gegenzug bei der Berechnung des Betrags wurde dann alles super genau und auf 10 Euro korrekt berücksichtigt. Das passt doch nicht zusammen.
Aber am meisten verletzt mich, dass sie letztlich durchgekommen ist. Dass meine Gutmütigkeit und die Bereitschaft, auf rechtliche Schritte meinerseits zugunsten eines friedlichen Verhältnisses zu verzichten, nicht nur über Jahre schamlos ausgenutzt wurden, sondern mir jetzt auch gerichtlicherseits zum Vorwurf gemacht wurde, ich hätte mich ja wehren können. Dass ich ihren Lebensentwurf Hausfrau+Kinder+Haus und ihre überzogenen Vorstellungen von Lebensstandard auch noch bis zu 13 Jahre nach der Trennung mit meiner Unterstützung erheblich finanzieren darf (wie gesagt, über den ohnehin guten Kindesunterhalt hinaus). Und dass sie sich gegenüber den Kindern jetzt noch mehr mit materiellen Wohltaten groß tun kann (die ich zur Hälfte bezahle), während sie ihren Vater als Geizkragen hinstellen kann, der sich z. B. noch nicht mal an ihren Fahrrädern beteiligen würde.
Nein, das einzig Gute an dem Vergleich ist, dass das Thema jetzt unabänderbar abgehakt wurde, d.h. über Ehegattenunterhalt werden wir nie mehr streiten. Und abhaken muss ich jetzt, mich auf Distanz bringen.
Ich weiß, dass ihr die ganze Zeit Anteil genommen habt und danke euch dafür. Ich bin völlig erschöpft und mag nicht länger über das Thema reden oder mich mit Ratschlägen auseinandersetzen, daher bleiben die Kommentare geschlossen. Ihr versteht das.
Da diese Lösung grundsätzlich vom Richter vorgeschlagen wurde, hatte ich wenig Hoffnung, durch einen Urteilsspruch (statt Vergleich) ein besseres Ergebnis erzielen zu können, und der dann anschließende Gang in die höhere Instanz hätte den Ärger auf Jahre hinaus verlängert, um am Ende vielleicht einen Hunderter im Monat weniger zahlen zu müssen.
Aber ich fühle mich dennoch geschlagen und zutiefst verletzt. Dass sie mit ihrem Krankenschwester-Halbtagsjob jetzt über 3000 Euro monatlich zur Verfügung hat, wo mir trotz Vollzeit und super Bezahlung nur ein Bruchteil davon bleibt, dazu ein eigenes Einfamilienhaus mit Garten, während wir sogar als Doppelverdiener unseren Traum, zumindest irgendwo weit draußen von Erlangen jemals ein eigenes Häuschen zu haben, womöglich jetzt begraben müssen, das kann mir keiner sagen, dass das gerecht ist.
Die neue Rechtssprechung des BGH, wonach regulär erst einmal Vollzeit verlangt wird, wenn das jüngste Kind drei Jahre ist, ist selbst für meinen Geschmack reichlich hart. Aber 15 Jahre? Im Gegenzug bei der Berechnung des Betrags wurde dann alles super genau und auf 10 Euro korrekt berücksichtigt. Das passt doch nicht zusammen.
Aber am meisten verletzt mich, dass sie letztlich durchgekommen ist. Dass meine Gutmütigkeit und die Bereitschaft, auf rechtliche Schritte meinerseits zugunsten eines friedlichen Verhältnisses zu verzichten, nicht nur über Jahre schamlos ausgenutzt wurden, sondern mir jetzt auch gerichtlicherseits zum Vorwurf gemacht wurde, ich hätte mich ja wehren können. Dass ich ihren Lebensentwurf Hausfrau+Kinder+Haus und ihre überzogenen Vorstellungen von Lebensstandard auch noch bis zu 13 Jahre nach der Trennung mit meiner Unterstützung erheblich finanzieren darf (wie gesagt, über den ohnehin guten Kindesunterhalt hinaus). Und dass sie sich gegenüber den Kindern jetzt noch mehr mit materiellen Wohltaten groß tun kann (die ich zur Hälfte bezahle), während sie ihren Vater als Geizkragen hinstellen kann, der sich z. B. noch nicht mal an ihren Fahrrädern beteiligen würde.
Nein, das einzig Gute an dem Vergleich ist, dass das Thema jetzt unabänderbar abgehakt wurde, d.h. über Ehegattenunterhalt werden wir nie mehr streiten. Und abhaken muss ich jetzt, mich auf Distanz bringen.
Ich weiß, dass ihr die ganze Zeit Anteil genommen habt und danke euch dafür. Ich bin völlig erschöpft und mag nicht länger über das Thema reden oder mich mit Ratschlägen auseinandersetzen, daher bleiben die Kommentare geschlossen. Ihr versteht das.
[giardino, Samstag, 31. Juli 2010, 08:49] 787

