»Wann gibt's denn endlich was über die Bretagne?«,
fragt man mich. Ja, warum schreibe ich noch nichts (auch wenn sich schon ein, zwei Fotos auf sichtfeld finden)? Nicht so einfach. Zum einen bin ich sicher noch nie so erschöpft in einen Urlaub gegangen wie in diesen. Die erste Woche war ich z. B. im Wesentlichen damit beschäftigt, eine Erkältung wegzuschlafen. Sinn fürs Fotografieren, für Tonaufnahmen oder gar ein Reisetagebuch zu schreiben so wie letztes Jahr auf Sardinien hatte ich kaum. Aber auch wenn ich mich in diesen zwei Wochen an der Côte d'Emeraude am Ende ein wenig entspannt habe, so habe ich doch ganz generell seit langem nicht mehr zu meinem inneren Ruhepunkt gefunden, auch dort nicht, wo schönes Wetter, Umgebung, das gemeinsame Ferienhaus mit der Familie meiner Schwester (Strand in 500m Entfernung) und unsere allabendlichen Kochorgien eigentlich alle Voraussetzungen dazu geboten hätten.

Seit Arbeitsbeginn nun kommt hinzu, dass ich umso stärker spüre, wie weit ich mich innerlich von meinen Aufgaben entfremdet habe. So sitze ich jetzt da in diesem Schwebezustand, die jährliche leichte Herbstschwermut tut ein Übriges, weiß nichts rechtes mit mir anzufangen, fühle mich weder in mir noch meinen Tagesabläufen zuhause und sehne mich nach einer weiteren, noch längeren Auszeit, derweil sich in der Arbeit und privat Aufgaben stapeln und Pläne geschmiedet werden wollen. Der Urlaub ist für dieses Jahr so gut wie aufgebraucht, Überstunden weitgehend abgebaut — so langsam muss ich mir etwas anderes einfallen lassen, um wieder zu mir zu finden. Ob der Schlüssel dazu allein in einer neuen Aufgabe in der Arbeit liegt, wie ich mir zwischendurch ausmale, ich weiß nicht. Immerhin gibt es darauf gerade wieder Hoffnung. Von der Bretagne jedenfalls werde ich voraussichtlich nicht viel berichten, aber das eine oder andere Bild findet ihr dann nebenan.

[giardino, Dienstag, 21. September 2010, 18:07] 325