Zwischendrin heute ein Anruf meiner Exfrau (das erste Gespräch seit Monaten, plötzlich wieder jovial wie nie); dieses Jahr wird sie mit ihnen noch umziehen, ca. 30 km weiter, bzw. 30km näher zur Autobahn und zu mir. Sie werden die Schule wechseln, und es gibt auch einen Bahnhof in der Nähe.

Einerseits ist das alles erfreulich. Sie können in Zukunft fast eine Stunde später aufstehen (Schule beginnt dann um kurz nach 8, nicht um halb 8). Ich werde sie nicht mehr immer abholen müssen, da sie dann auch mal mit dem Zug zu mir fahren können. Und meine Fahrten über Land werden kürzer; gestern früh erst mussten wir unseren Besuchstag (erst der zweite seit Jahresbeginn) canceln, weil die Straßenverhältnisse bei ihnen auf dem Land so mies waren. Auch die bisherige Schule war wohl nicht das Gelbe vom Ei, und besonders viel Bindung haben sie seit ihrem Ausscheiden aus dem Sportverein zu ihrem jetzigen Ort auch nicht mehr.

Andererseits wurde offenbar mal wieder über Monate ein wichtiges Thema besprochen und geklärt und bis hin zur vollendeten Tatsache gebracht, ohne dass ich in irgendeiner Form davon erfahren hätte, weder von ihr, noch von den Jungs, geschweige denn in die Entscheidung eingebunden worden wäre. Ich werde wieder nur vom Ergebnis in Kenntnis gesetzt (als Sorgeberechtigter kann man ja nicht ganz außen vor bleiben bei Fragen wie einem Schulwechsel). Noch trauriger finde ich, dass die Kinder selbst eine Schere im Kopf haben und sich schon lange nicht mehr trauen, etwas von dem mit der Möwe und mir zu teilen, was ihre Mutter mit ihnen plant.

Der Moment der Verbundenheit mit meinem Kleinen gestern am Telefon stimmt mich dennoch zuversichtlich. Dinge sind dabei, sich zu ändern, und zwar zum Guten.

[giardino, Montag, 30. Januar 2012, 01:32] 512



sid, Montag, 30. Januar 2012, 01:46   (Permalink )
Das ist für alle schwer, für die Kinder am meisten.
Es käme auf einen Versuch an, das (weit) von sich zu schieben, wenn die Kinder anwesend sind und wirklich die Zeit mit ihnen zu genießen und nur Themen zu besprechen, die hier und jetzt geschehen.

Ich weiß, es redet sich leichter, als die Umsetzung ist. Reicht ja schon, wenn man versucht, sich in der Arbeit nicht zu ärgern.