angekommen

Knapp drei Wochen lang zusammen mit der Möwe von morgens bis abends geackert und getan, in der alten Wohnung Tapeten abgezogen, Schimmel getötet, entrümpelt, gespachtelt und gewischt, im neuen Haus gestrichen, geräumt, geschraubt, gehämmert, geschleppt, gekauft, entsorgt.

Zwischendrin drei Tage Konzertreise nach Niedersachsen, Gesualdo-Responsorien am Gründonnerstag im Kloster Lüne und am Freitag in einer Gemeindekirche nahe Celle. Ostern wieder zurück. Besuch meiner Jungs, die schnell das Haus für sich erobert haben und sich offenbar auch wohlfühlen; inzwischen auch schon wieder eine Woche Büro hinter mir. Und alles fühlt sich anders an. Nicht nur, dass langsam durchsickert, nicht mehr in Erlangen zu wohnen. Auch der Tag ist ganz anders, wenn ich aufwache, das Fenster öffne und erst einmal ein paar Minuten lang über die Felder gucke, wilde Rebhühner und Feldhasen und startende Flugzeuge beobachte, später bereits angezogen am Frühstückstisch meinen Kaffee trinke und dann mit dem Auto anstatt wie die letzten Jahre mit Bus oder (selten) Fahrrad in die Arbeit fahre.

Und wie schön es ist, zuhause mit einem Mal so viel Platz zu haben, eine große Wohnküche, wie wir sie uns immer gewünscht haben, ein Zimmer nur für Musik und Bücher, sogar ein Raum nur für Anziehsachen (der totale Luxus!), vor dem Wohnzimmerfenster eine Terrasse und kleiner Garten, und zu wissen, dass uns kein Vermieter mehr vorschreiben wird, wie wir zu leben haben.

Das ist alles so wunderbar; wenn mir jemand vor 10 Jahren erzählt hätte, als ich nach meiner Trennung allein und finanziell hinüber war, dass ich glücklich verheiratet sein und in eigenen vier Wänden leben würde, ich hätte ihn vermutlich belächelt. Und ich bin sehr, sehr dankbar, wie sich das alles entwickelt und gefügt hat.

[giardino, Sonntag, 15. April 2012, 22:47] 1033



kristof, Dienstag, 17. April 2012, 11:05   (Permalink )
Das Haus besteht ja fast nur aus Dach ;-)
Aber viele Fenster drin, prima. Mich würde ja auch der Blick auf die Felder interessieren.

giardino, Donnerstag, 19. April 2012, 10:29   (Permalink )
Kleine Korrektur: Was da im Unterholz lebt, ist eine Gruppe von Fasanen, nicht Rebhühnern. (Oder ein Fasan hält sich eine Gruppe Rebhühner, was weiß ich denn.)

kristof, Samstag, 21. April 2012, 16:55   (Permalink )
Cool. Richtig weiter Blick. Fast wie Niederrhein ...

giardino, Samstag, 21. April 2012, 21:36   (Permalink )
Das ist das Knoblauchsland.

giardino, Dienstag, 1. Mai 2012, 14:07   (Permalink )

(Mr. & Mrs. Fasan)

novemberregen, Dienstag, 17. April 2012, 11:14   (Permalink )
Das klingt alles total gut. Ich freue mich richtig für Sie!

kid37, Dienstag, 17. April 2012, 14:11   (Permalink )
Glückwunsch, das klingt wirklich alles wunderbar. Ein Hoch auf schöne Fügungen!

monolog, Samstag, 21. April 2012, 15:09   (Permalink )
Wie schön! Das klingt alles ganz wunderbar.

nicwest, Samstag, 21. April 2012, 16:06   (Permalink )
Wenn Sie mal wieder in "einer Gemeindekirche nahe Celle" singen, sagen Sie vorher Bescheid. Dann komme ich zum Zuhören.

giardino, Samstag, 21. April 2012, 16:51   (Permalink )
Oh, hätte ich das gewusst! Vielleicht sind wir in einem Jahr wieder dort (Beedenbostel), ich sag dann Bescheid.

kopffuessler, Samstag, 28. April 2012, 11:28   (Permalink )
Das macht Mut!

Lu, Dienstag, 12. Juni 2012, 17:35   (Permalink )
Oh - ich bin quasi sehr spät, aber MUSS dennoch und dringend glückwünschen! Es ist herrlich, ein ganzes Haus zu bewohnen, es ist herrlich, sich täglich über Aussichten zu freuen, und es ist herrlich, über die stetig wachsende Gartenarbeit zu fluchen, weil sich das so gehört. Wirklich: Glückwunsch zu all dem! :)

giardino, Donnerstag, 21. Juni 2012, 17:45   (Permalink )
Genau so ist es. Vielen Dank! :-)