perplex
Am Montag war die Firmung meines (inzwischen nicht mehr ganz so) Kleinen. Schöne Feier in der Kirche (der Regensburger Weihbischof ist nicht so meine Kragenweite, aber immer noch besser als sein Chef), mein Großer machte Messdiener, meine Exfrau schien irgendwo anders zu sitzen, wo ich sie nicht sehen konnte.
Die traf ich dann am Ausgang, dort stand sie mit einem Baby auf dem Arm, das sie mir als ihren Sohn vorstellte. Es dauerte sicher mehrere Minuten und Nachfragen meinerseits, bis sie mir klargemacht hatte, dass das kein Scherz war und das Kind nicht zu irgendeiner Freundin gehörte.
Meine Exfrau hat einen acht Monate alten Sohn, und weder sie noch meine Jungs haben davon erzählt. Noch jetzt, zwei Tage später, bin ich immer noch fassungslos. Was für ein Riesengeheimnis, wieviel völlig sinnlos verschwendete Energie? Klar, gerade meine Exfrau, die so gerne eine eigene, vorzeigbare Familie hätte, wird ganz schön daran knabbern, jetzt schon drei Kinder zu haben und noch immer alleine zu sein (der Vater hat sich nach ihren Worten mit Nachricht der Schwangerschaft komplett abgeseilt), zumal in einer Kleinstadt. Dass ihr mögliche Nachfragen von mir unangenehm gewesen wären, versteh ich.
Aber dass sie, wenn nicht selbst verlangt, auch nur implizit in Kauf genommen hat, dass meine Jungs über ein Jahr lang eines der einschneidendsten Ereignisse ihres Lebens vor mir geheim halten, nicht mit mir teilen können, immer auf der Hut sein müssen, nicht etwas verlauten zu lassen, das nehme ich ihr übel. Es wäre ihre Aufgabe gewesen, diese Mauer zwischen uns einzureißen, indem sie selbst klare Verhältnisse mit mir schafft. Sie hätte mich nicht mal extra anrufen müssen; ein einziges Mal mich beim Jungsabholen zur Tür kommen lassen, anstatt dass die Kinder wie seit einem Jahr immer runter zu mir zum Auto kamen (merkwürdiger- bzw. jetzt erklärlicherweise) hätte schon gereicht.
Und dann spüre ich auch noch echte Erleichterung bei ihr, als sie merkt, dass ich sie gar nicht verurteile, einen kleinen Sohn ohne Vater zu haben. Und zum xten Mal frage ich mich, wer der Mann in ihrem Kopf sein muss, der meinen Namen trägt, den sie belügen muss, dem sie verheimlichen muss, den sie verklagen musste. Denn ich bin es nicht.
Die traf ich dann am Ausgang, dort stand sie mit einem Baby auf dem Arm, das sie mir als ihren Sohn vorstellte. Es dauerte sicher mehrere Minuten und Nachfragen meinerseits, bis sie mir klargemacht hatte, dass das kein Scherz war und das Kind nicht zu irgendeiner Freundin gehörte.
Meine Exfrau hat einen acht Monate alten Sohn, und weder sie noch meine Jungs haben davon erzählt. Noch jetzt, zwei Tage später, bin ich immer noch fassungslos. Was für ein Riesengeheimnis, wieviel völlig sinnlos verschwendete Energie? Klar, gerade meine Exfrau, die so gerne eine eigene, vorzeigbare Familie hätte, wird ganz schön daran knabbern, jetzt schon drei Kinder zu haben und noch immer alleine zu sein (der Vater hat sich nach ihren Worten mit Nachricht der Schwangerschaft komplett abgeseilt), zumal in einer Kleinstadt. Dass ihr mögliche Nachfragen von mir unangenehm gewesen wären, versteh ich.
Aber dass sie, wenn nicht selbst verlangt, auch nur implizit in Kauf genommen hat, dass meine Jungs über ein Jahr lang eines der einschneidendsten Ereignisse ihres Lebens vor mir geheim halten, nicht mit mir teilen können, immer auf der Hut sein müssen, nicht etwas verlauten zu lassen, das nehme ich ihr übel. Es wäre ihre Aufgabe gewesen, diese Mauer zwischen uns einzureißen, indem sie selbst klare Verhältnisse mit mir schafft. Sie hätte mich nicht mal extra anrufen müssen; ein einziges Mal mich beim Jungsabholen zur Tür kommen lassen, anstatt dass die Kinder wie seit einem Jahr immer runter zu mir zum Auto kamen (merkwürdiger- bzw. jetzt erklärlicherweise) hätte schon gereicht.
Und dann spüre ich auch noch echte Erleichterung bei ihr, als sie merkt, dass ich sie gar nicht verurteile, einen kleinen Sohn ohne Vater zu haben. Und zum xten Mal frage ich mich, wer der Mann in ihrem Kopf sein muss, der meinen Namen trägt, den sie belügen muss, dem sie verheimlichen muss, den sie verklagen musste. Denn ich bin es nicht.
[giardino, Mittwoch, 16. Mai 2012, 19:53] 1289
Ich verstehe diese Frau nicht. Überhaupt nicht. War sie eigentlich auch schon so schräg drauf, als Sie sie damals kennenlernten? Oder kam das erst mit der Zeit?
Sie war so, seit ich sie kenne; ich habe es nur lange Zeit bis kurz vor der Trennung nicht sehen wollen. Sie lebt in einem permanenten inneren Gerichtsprozess, immer in der Furcht, andere könnten sie be- und verurteilen, und mit diesem Dauermisstrauen und dem fehlenden Gespür dafür, was in anderen tatsächlich vorgeht, sorgt sie früher oder später dafür, dass ihre Befürchtungen eintreten.
Diese für mich merkwürdige Geheimniskrämerei, das Wahren eines Gesichts, oft verbunden mit einem Ernergieaufwand, den man bei denselben Personen sonst seltener erlebt, habe ich in meinem Umfeld auch hier und da erlebt. Da werden unhaltbare Positionen verteidigt, die längst schon offensichtlich sind. Mir ist das schwer verständlich, vielleicht eine Art Fluchtreflex, vielleicht eine andere Art, das Leben zu betrachten. Bei Fremden zuckt man halt mit den Schultern oder grinst sich eins, bei Menschen, denen ich mich verbunden fühle, fällt es mir schwer, gleichgültig loszulassen. Dabei heißt es so schön, nicht ärgern, nur wundern.
Wie traurig. Solch einen permanenten inneren Gerichtsprozess stelle ich mir auch unendlich anstrengend vor. Bleibt da überhaupt noch viel Energie für anderes, Lebensfreude, zum Beispiel? Unwillkürlich frage ich mich auch, wie man so wird.
novemberregen,
Donnerstag, 17. Mai 2012, 00:35
(Permalink
)
Ich finde das genauso bekloppt wie Sie.
[Hier stand eben noch ein Kommentar von fluxorum, samt Antworten von mir, Hrn. Kid und arboretum. Fluxorum hat offenbar seinen / ihren Kommentar anschließend wieder gelöscht; leider ist es auf blogger.de so, dass damit automatisch auch alle darauf gegebenen Antworten im Nirwana landen.]
Guten Morgen,
jenu, dann darf ich hier auch als Frau mein Scherflein beisteuern (auch wenn ich ganz sicher nicht auf der Seite Ihrer Exe stehe): bitte verurteilen Sie sie nicht und bitte seien sie samt den anderen Kommentatoren dermaßen überheblich-erhaben.
Ich glaube, sie schämt sich unendlich: vermutlich kam der Bub nicht so wirklich gewollt oder gewünscht (wie dumm!) und dann haut noch der Mistkerl ab, als ob er gar nicht dabei gewesen wäre. Und schließlich wusste sie genau, daß sie zum Schaden auch noch eine gehörige Portion Spott abbekommen würde - und das spricht leider auch aus Ihren Zeilen.
Leider kann auch heute noch nicht jede Frau seelisch unbeschadet ein Kind ohne den dazugehörigen Mann bekommen, ganz besonders, wenn sie in der spießigen, halbgebildeten Mittschicht lebt.
Wie heißt es in der Bibel, die sicher auch in der Kirche, in der Ihr "Kleiner" gefirmt wurde, verwendet wird: ..... der werfe den ersten Stein.......
Also, zeigen Sie sich doch großzügiger, als Ihre Exe vermutlich war, gratulieen sie ihr schriftlich zum Kind und raten Sie ihr - freundlich! - , den Buben auf ihren Mädchennamen benennen zu lassen, das wäre ein erster Schritt in ihre wahre Emanzipation.
Hoffentlich bekommt der kleine Bub nicht all diesen Mist als Geschenk in sein zukünftiges Leben ab, denn er kann überhaupt nichts dafür, daß er geboren wurde.
Ach ja, und schreiben Sie bitte wieder über den Werdegang Ihres Gärtchens, das nimmt Ihren Worten sicher die leise Bitterkeit ;)
jenu, dann darf ich hier auch als Frau mein Scherflein beisteuern (auch wenn ich ganz sicher nicht auf der Seite Ihrer Exe stehe): bitte verurteilen Sie sie nicht und bitte seien sie samt den anderen Kommentatoren dermaßen überheblich-erhaben.
Ich glaube, sie schämt sich unendlich: vermutlich kam der Bub nicht so wirklich gewollt oder gewünscht (wie dumm!) und dann haut noch der Mistkerl ab, als ob er gar nicht dabei gewesen wäre. Und schließlich wusste sie genau, daß sie zum Schaden auch noch eine gehörige Portion Spott abbekommen würde - und das spricht leider auch aus Ihren Zeilen.
Leider kann auch heute noch nicht jede Frau seelisch unbeschadet ein Kind ohne den dazugehörigen Mann bekommen, ganz besonders, wenn sie in der spießigen, halbgebildeten Mittschicht lebt.
Wie heißt es in der Bibel, die sicher auch in der Kirche, in der Ihr "Kleiner" gefirmt wurde, verwendet wird: ..... der werfe den ersten Stein.......
Also, zeigen Sie sich doch großzügiger, als Ihre Exe vermutlich war, gratulieen sie ihr schriftlich zum Kind und raten Sie ihr - freundlich! - , den Buben auf ihren Mädchennamen benennen zu lassen, das wäre ein erster Schritt in ihre wahre Emanzipation.
Hoffentlich bekommt der kleine Bub nicht all diesen Mist als Geschenk in sein zukünftiges Leben ab, denn er kann überhaupt nichts dafür, daß er geboren wurde.
Ach ja, und schreiben Sie bitte wieder über den Werdegang Ihres Gärtchens, das nimmt Ihren Worten sicher die leise Bitterkeit ;)
Liebe Frau Wuhei, danke fürs Parteinehmen. (Im Gegensatz zur verbreiteten Annahme, Blogger wollten stets Zustimmung für Ihre Einträge, schreibe ich oft gerade dann, wenn ich mit etwas hadere und unsicher bin, ob ich mich da gerade in etwas verrenne, ungerecht bin usw. Dass mir hier zum Beispiel vor Weihnachten in der Geschenkefrage ein wenig der Kopf geradegerückt wurde, hat mir gut getan.)
In diesem Fall tut es mir leid, wenn meine Worte als Spott oder Häme rüberkamen; ich verbinde wirklich keinerlei Genugtuung damit, dass meine Exfrau jetzt mit einem kleinen Sohn ohne Vater dasitzt. Ihr ist das Ansehen in der Kleinstadt tatsächlich nicht gleichgültig (auch in ihren eigenen Worten), und vor allem hat sie eine große Sehnsucht nach einer funktionierenden, durchaus auch konventionellen Ehe und Familie. Ich mache mich darüber nicht lustig, und mir tut die Situation (vor allem auch der im Übrigen sehr süße Zwerg, wenn er mal größer wird und Fragen nach seiner Herkunft stellen wird) ehrlich leid, ganz ohne Herablassung.
Sauer bin ich nur, genauso ehrlich, darüber, was diese letzten Endes unnötige und unsinnige Heimlichtuerei für meine Jungs und unseren Umgang bedeutet hat.
Alles Gute gewünscht habe ich ihr schon mündlich, und ihren Mädchennamen hat sie offenbar ohnehin schon vor der Geburt wieder angenommen (wäre ja auch sehr merkwürdig, wenn der Kleine jetzt auch noch meinen Namen tragen würde, auch für mich).
Was den Werdegang des Gärtchens angeht, müssen sich meine Leser noch etwas gedulden. Jetzt verrate ich auch mal ein lange gehütetes Geheimnis: Entgegen meinem Blog- und Nicknamen bin ich totaler Gartenlegastheniker (»Vom Wodka redet, wer keinen hat«, sagt der Russe), und der mühsam erkämpfte Etappensieg mit dem Handrasenmäher gegen den Wiesenwildwuchs ist noch zu nah, als dass ich davon berichten könnte. ;-)
In diesem Fall tut es mir leid, wenn meine Worte als Spott oder Häme rüberkamen; ich verbinde wirklich keinerlei Genugtuung damit, dass meine Exfrau jetzt mit einem kleinen Sohn ohne Vater dasitzt. Ihr ist das Ansehen in der Kleinstadt tatsächlich nicht gleichgültig (auch in ihren eigenen Worten), und vor allem hat sie eine große Sehnsucht nach einer funktionierenden, durchaus auch konventionellen Ehe und Familie. Ich mache mich darüber nicht lustig, und mir tut die Situation (vor allem auch der im Übrigen sehr süße Zwerg, wenn er mal größer wird und Fragen nach seiner Herkunft stellen wird) ehrlich leid, ganz ohne Herablassung.
Sauer bin ich nur, genauso ehrlich, darüber, was diese letzten Endes unnötige und unsinnige Heimlichtuerei für meine Jungs und unseren Umgang bedeutet hat.
Alles Gute gewünscht habe ich ihr schon mündlich, und ihren Mädchennamen hat sie offenbar ohnehin schon vor der Geburt wieder angenommen (wäre ja auch sehr merkwürdig, wenn der Kleine jetzt auch noch meinen Namen tragen würde, auch für mich).
Was den Werdegang des Gärtchens angeht, müssen sich meine Leser noch etwas gedulden. Jetzt verrate ich auch mal ein lange gehütetes Geheimnis: Entgegen meinem Blog- und Nicknamen bin ich totaler Gartenlegastheniker (»Vom Wodka redet, wer keinen hat«, sagt der Russe), und der mühsam erkämpfte Etappensieg mit dem Handrasenmäher gegen den Wiesenwildwuchs ist noch zu nah, als dass ich davon berichten könnte. ;-)
Ich finde, Frau Novemberregen und ich dürfen "als Frauen" da sehr wohl mit Unverständnis reagieren, Frau wuhei. Und das hat nichts mit "überheblich-erhaben" zu tun. Ich lese auch keinen Spott aus Herrn Giardinos Zeilen heraus (geschweige denn hinein), sondern Fassungslosigkeit angesichts dieser Geheimniskrämerei - immerhin waren die beiden einmal verheiratet und bekamen sogar zwei Kinder miteinander. Es war auch nicht das erste Mal, das eben diese beiden Kinder in eine Heimlichtuerei eingebunden waren - und es macht da auch kaum noch einen Unterschied, ob deren Mutter sie explizit dazu aufgefordert hat oder ob die beiden schon von sich aus das Gefühl haben, das nicht erzählen zu dürfen. Denn das war der Punkt, um den es meines Erachtens Herrn Giardino ging: Seine beiden Söhne bekommen noch ein Geschwisterchen und wagen es nicht, ihrem Vater davon zu erzählen.
Im Übrigen glaube ich nicht, dass Frau Ex-Giardino den Rat mit dem Mädchennamen benötigt, schließlich ist das Kind bereits acht Monate alt, es dürfte also längst ein Nachname auf der Geburtsurkunde stehen (den im Nachhinein nochmals ändern zu lassen kostet nicht gerade wenig Geld).
Nachtrag: Ich habe eine Weile an meinem Kommentar herumgebastelt, ich sehe gerade, Herr Giardino ist auch schon wach und hat Ihnen das selbst bereits erläutert.
Im Übrigen glaube ich nicht, dass Frau Ex-Giardino den Rat mit dem Mädchennamen benötigt, schließlich ist das Kind bereits acht Monate alt, es dürfte also längst ein Nachname auf der Geburtsurkunde stehen (den im Nachhinein nochmals ändern zu lassen kostet nicht gerade wenig Geld).
Nachtrag: Ich habe eine Weile an meinem Kommentar herumgebastelt, ich sehe gerade, Herr Giardino ist auch schon wach und hat Ihnen das selbst bereits erläutert.
Und dennoch: Herr Giardino provoziert's geradezu, daß man brennend gern mal die Gegenseite hören möchte ;-)
novemberregen,
Sonntag, 20. Mai 2012, 17:13
(Permalink
)
Ach naja, "überheblich-erhaben" finde ich übertrieben, es ist tatsächlich eher eine Fassungslosigkeit. Nun habe ich nie in einer Kleinstadt gelebt, ich weiß nicht, wie es dort ist, in meinem Leben waren uneheliche Kinder nie etwas Verurteilenswertes. Vielleicht kommt daher mein Unverständnis, und ein Unverständnis ist es tatsächlich.
Ähnlich fassungslos war ich, als ich erfuhr, dass eine Jugendfreundin seit über einem Jahr vor allen (inklusive eigener Familie und Kind) verheimlichte, dass ihr (nicht getrennt lebender) Mann eine mehrjährige (!) Gefängnisstrafe absaß. Sie sagte es mir selbst, weil sie bei irgendetwas Familiären um eine Erklärung verlegen war und meine Hilfe brauchte. Mit der Zeit stellte sich heraus, dass sie schon öfters andere Leute um Hilfe gebeten hatte, und mittlerweile eigentlich jeder Bescheid wusste, aber niemand wusste, dass der andere auch weiß, weil wirklich alle den Mund gehalten hatten. Sehr abgefahren. Heute lachen wir alle gemeinsam darüber.
Ähnlich fassungslos war ich, als ich erfuhr, dass eine Jugendfreundin seit über einem Jahr vor allen (inklusive eigener Familie und Kind) verheimlichte, dass ihr (nicht getrennt lebender) Mann eine mehrjährige (!) Gefängnisstrafe absaß. Sie sagte es mir selbst, weil sie bei irgendetwas Familiären um eine Erklärung verlegen war und meine Hilfe brauchte. Mit der Zeit stellte sich heraus, dass sie schon öfters andere Leute um Hilfe gebeten hatte, und mittlerweile eigentlich jeder Bescheid wusste, aber niemand wusste, dass der andere auch weiß, weil wirklich alle den Mund gehalten hatten. Sehr abgefahren. Heute lachen wir alle gemeinsam darüber.
jammernich,
Sonntag, 20. Mai 2012, 16:46
(Permalink
)
Uff. Harter Tobak. Das ist nicht zu begreifen. Und die Jungs tun mir leid. Gut, dass das jetzt wenigstens vorbei ist.
partei ergreifen oder schadenfroh (oder was auch immer) sein kann man doch nur dann, wenn man beide seiten kennt. vielleicht hat die dame ja nur gehofft, dass sich alles noch in ihrem sinn entwickelt, und wollte dann das fertige produkt (ehemann plus nachwuchs) präsentieren, und das ist, aus welchen gründen auch immer, gründlich schiefgegangen.
dass die kinder dem vater nichts erzählt haben/erzählen durften, ist eine andere sache. auch hier müsste man wissen, wie genau es dazu gekommen ist, und warum.
der stachel bleibt, bei vater wie kindern. das ewige "was darf ich hier oder dort erzählen" ebenso wie das ewige "was verheimlicht man mir möglicherweise schon wieder". das ist für keinen der beteiligten angenehm oder förderlich, schafft böses blut und schlechte karmapunkte.
dass man manche dinge nicht verheimlichen kann - zumindest nicht auf dauer - ist eine altbekannte tatsache, nur haben viele leute nicht den mut sich das einzugestehen. zuerst kann und will man etwas nicht wahrhaben, dann kann man sich nicht entscheiden was man tun soll, und dann ist es irgendwie oft zu spät um so richtig mit der wahrheit herauszurücken, und dann wird prokrastiniert, und so weiter und so fort, bis es zum eklat kommt. aber vielerlei erklärt sich dann auch im nachhinein von selbst, wenn man so zurückdenkt. das hat die dame offensichtlich noch nicht durchschaut, und daher kam dann der ganze stunk. dass man da ein wenig süffisant reagiert kann ich gut verstehen.
man kann nur hoffen dass der "neue" gut in die familien hineinwachsen kann, patchwork hin oder her. er ist der halbbruder der beiden grossen, und wenn er nun schon da ist, dann sollte man sie darin bestärken ihn liebzuhaben, sich über ihn zu freuen, an seinem grosswerden anteil zu nehmen, ihn zu beschützen und zu fördern, so gut es ihnen möglich ist. dazu gehört aber in erster linie, dass der kleine nicht verleugnet oder verschwiegen wird. da ist er ja nun einmal, daran wird sich nichts ändern, also: das beste daraus machen, stolz darauf sein, angeben damit. die kinder nach dem kleinen fragen, sie sollen erzählen, vergleichen, wie war das damals bei uns, und so weiter und so fort. zum ersten geburtstag dann ein kleines geschenk von den grossen, mit dem papa zusammen ausgesucht, extra als überraschung. den kindern wird ein stein vom herzen gefallen sein als die geschichte endlich raus war, aber wie sollen kinder mit solchen dingen umgehen? das kommt ja in keinem kinderbuch, keinem fernsehratgeber und keiner talkshow vor, und im schulunterricht auch nicht. mit wem sollen sie darüber sprechen, wo sich rat holen?
nicht einfach, ich weiss schon. aber trotzdem: annehmen, liebhaben, akzeptieren, und die grossen unterstützen dabei. sonst wird nur weiter böses blut entstehen, und das haben die kinder nicht verdient.
dass die kinder dem vater nichts erzählt haben/erzählen durften, ist eine andere sache. auch hier müsste man wissen, wie genau es dazu gekommen ist, und warum.
der stachel bleibt, bei vater wie kindern. das ewige "was darf ich hier oder dort erzählen" ebenso wie das ewige "was verheimlicht man mir möglicherweise schon wieder". das ist für keinen der beteiligten angenehm oder förderlich, schafft böses blut und schlechte karmapunkte.
dass man manche dinge nicht verheimlichen kann - zumindest nicht auf dauer - ist eine altbekannte tatsache, nur haben viele leute nicht den mut sich das einzugestehen. zuerst kann und will man etwas nicht wahrhaben, dann kann man sich nicht entscheiden was man tun soll, und dann ist es irgendwie oft zu spät um so richtig mit der wahrheit herauszurücken, und dann wird prokrastiniert, und so weiter und so fort, bis es zum eklat kommt. aber vielerlei erklärt sich dann auch im nachhinein von selbst, wenn man so zurückdenkt. das hat die dame offensichtlich noch nicht durchschaut, und daher kam dann der ganze stunk. dass man da ein wenig süffisant reagiert kann ich gut verstehen.
man kann nur hoffen dass der "neue" gut in die familien hineinwachsen kann, patchwork hin oder her. er ist der halbbruder der beiden grossen, und wenn er nun schon da ist, dann sollte man sie darin bestärken ihn liebzuhaben, sich über ihn zu freuen, an seinem grosswerden anteil zu nehmen, ihn zu beschützen und zu fördern, so gut es ihnen möglich ist. dazu gehört aber in erster linie, dass der kleine nicht verleugnet oder verschwiegen wird. da ist er ja nun einmal, daran wird sich nichts ändern, also: das beste daraus machen, stolz darauf sein, angeben damit. die kinder nach dem kleinen fragen, sie sollen erzählen, vergleichen, wie war das damals bei uns, und so weiter und so fort. zum ersten geburtstag dann ein kleines geschenk von den grossen, mit dem papa zusammen ausgesucht, extra als überraschung. den kindern wird ein stein vom herzen gefallen sein als die geschichte endlich raus war, aber wie sollen kinder mit solchen dingen umgehen? das kommt ja in keinem kinderbuch, keinem fernsehratgeber und keiner talkshow vor, und im schulunterricht auch nicht. mit wem sollen sie darüber sprechen, wo sich rat holen?
nicht einfach, ich weiss schon. aber trotzdem: annehmen, liebhaben, akzeptieren, und die grossen unterstützen dabei. sonst wird nur weiter böses blut entstehen, und das haben die kinder nicht verdient.

