Donnerstag, 16. Juli 2009
Tag 14
Mittwoch, 24. Juni 2009
Jetzt aber. Frühstück, Panini kaufen, nach Calasetta zur Autofähre. Man kann vom Hafen schon San Pietro und Carloforte sehen. Ankunft keine 40 Minuten später auf der Isola San Pietro. Atmosphärenwechsel. Es erscheint erstaunlich, aber die Sarden sind tatsächlich eher Land- als Wasserratten; sie essen mehr Fleisch als Fisch, und das Meer bleibt ihnen stets etwas unheimlich. Die Ortschaften sind hübsch hergerichtet, doch ihr Charakter ist eher erdig und schwer. All das fällt einem auf, wenn man in Carloforte ankommt: Hier reihen sich pastellbunte Häuser in engen Gassen aneinander, es gibt viel Blumenschmuck und man merkt, man ist in einem Ort, der mit und von dem Meer lebt. Der Thunfischfang in den Gewässern rund um die Insel ist immer noch der größte Wirtschaftsfaktor neben dem Tourismus. Die Hauptstraße ist eine lange Flaniermeile am Hafen entlang, und die Atmosphäre ist luftiger, leichter. Woher der Unterschied? Auch wenn die Insel heute zu Sardinien gehört, so wurde sie doch im 18. Jahrhundert erstmals von ligurischen Fischern besiedelt. Sogar der lokale Dialekt der 6000 Einwohner ist heute noch ligurisch, nicht sardisch.

Carloforte
Nachdem wir ein wenig durch die Gassen gebummelt sind, schon mal beschlossen haben, die Rückfahrzeit eine Fähre später auf halb elf zu verschieben und der wuselnde Betrieb in den Gassen binnen kürzester Zeit in der Mittagspause erstorben ist, fahren wir zunächst zum Nordkap, wo Wellen und zweifarbige Felsen auf uns warten. In einer schattigen Nische mit natürlicher Sitzbank essen wir Panini.

La Punta
Als nächstes suchen wir die Route zum südlichen Kap, finden aber stattdessen einen schönen, feinsandigen, einigermaßen besuchten Strand in einer felsengesäumten Bucht, wo wir die Gelegenheit nutzen, ins Wasser zu springen und ein-zwei Stunden auszuruhen.

Schließlich fahren wir an die Westküste (es gibt kaum mehr als diese drei Straßen, die vom Hauptort den Rest der Insel erschließen) und finden erst einen Fjord, gesäumt von hellgrauen, unwirklichen Felswänden.

Cala Fico
Und einen Kilometer weiter endet die Straße schließlich an einem echten Kap mit Leuchtturm, wo noch bizarrere, höhere Lavafelsen ins Meer abfallen, um die Möwen und Eleonorenfalken kreisen. Wir laufen herum, fotografieren, lassen uns in der Abendsonne von Wellenrauschen und Möwenschreien erfüllen. Schließlich ziehen wir uns auf dem mittlerweile verlassenen Parkplatz um, um in Abendgarderobe wie geplant wenigstens einmal in diesem Urlaub aus essen zu gehen, nur beobachtet von einer jungen Katzenfamilie, die hier offenbar lebt und sich im Abendlicht auf den warmen Steinen räkelt.

[Capo Sandalo sehen und hören, 2,4 MB]

Zurück in Carloforte schlendern wir durch die Straßen, setzen uns eine Weile auf den zentralen, von vier großen Bäumen mit Sitzbänken dominierten Platz und schauen den kleinen Kindern zu, die jetzt lärmend und zu Dutzenden herumwuseln. Zwei Gassen weiter finden wir Platz vor einer kleinen Trattoria und genießen das schlichte, köstliche Essen: Meeresfrüchte und natürlich frischen Thunfisch, meist mit Petersilie, Knoblauch und Tomaten zubereitet.

Nach Dessert und Espresso machen wir uns auf zur Fähre, mit der wir erst nach elf auf Sant'Antioco ankommen; erst kurz vor Mitternacht sind wir schließlich zuhause. Müde. Der bislang schönste Tag des Urlaubs.
  

[giardino, 22:42] Permalink (3 Kommentare) 1224



Rätseln mit dem Tutschek
1a Unterhaltungs-Content beim Tutschek. Jeden Tag denkt er sich in seinem Blog Rätsel aus — Alltags-, Film-, Geographie-, Kunst-, Literatur-, Personen- und Soundrätsel — und lässt seine Leser raten, wobei er über die Zeit immer mehr Hinweise auf die Lösung einstreut. Zum Beispiel bei Fotos nach dem Dalli-Klick-Prinzip (die Älteren unter meinen Lesern werden sich erinnern). Das macht Spaß. Nicht nur, weil ich soeben als erster die richtige Lösung bei einem Soundrätsel gefunden hatte. Und nicht nur, wenn man gerade irgendetwas Wichtiges aufschiebt. Aber schon auch.

Meinedamundherrn: der Tutschek!

[giardino, 12:49] Permalink (2 Kommentare) 359



Donnerstag, 16. Juli 2009
Tag 13
Dienstag, 23. Juni 2009


Herr Giardino entspannt
Bedecktes, kühles Wetter. Wir beschließen, nicht nach San Pietro überzusetzen.

Mittags geben wir der Sonne trotz Wolken eine Chance, indem wir endlich wieder zu unserem Lieblingsstrand fahren. Siehe da: Sonne, Wind und eiskaltes Wasser; hier halten wir es prima mit Faulenzen den ganzen Nachmittag aus, den wir anschließend wie vorauszusehen mit Cappuccino in Teulada beschließen.

Inzwischen meint man fast, die alten Männer zu kennen, die stets auf den gleichen Bänken sitzen und ratschen und gucken. Oder die Arbeiter mit ihren dicken Schuhen, die immer um die gleiche Zeit mit dem Wagen ankommen und ihren Feierabend in der Bar beginnen. Beschaulich.


unsere Bar (unter den Bäumen)
Heute abend kaufen wir zum ersten Mal Teilchen fürs Frühstück in einer richtigen Pasticceria. Zum Abendessen Carpaccio, mal wieder, Rindfleisch gebraten und Salat. Telegiornali ohne Ende, aber kein anständiger Film.

Höre zum ersten mal Regina Spektor. Weiß der Geier, wie ihre Musik auf mein Netbook gelangt ist. Sehr schön.
  

[giardino, 01:02] Permalink (0 Kommentare) 979