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Dienstag, 3. November 2009
Umbrüche, zaghafte
Dass ein Tag, der so müde und mit Kopfschmerzen beginnt, so gut enden kann. Ein bisschen liegt es sicher daran, dass ich mit dem Fahrrad ins Büro gefahren bin, um meinen Kreislauf langsam mal wieder in den Griff zu bekommen, der seit der zweimonatigen Zwangspause durch den gebrochenen Fuß schon bei kleinsten Anstrengungen im roten Bereich dreht. Zwar komme ich trotz langsamen Fahrens japsend und schwitzend an, aber es fühlt sich irgendwie gut an.
Zum anderen lag es sicher auch ein bisschen daran, dass ich auf der Heimfahrt beim Überqueren des Kanals und dem Anblick der Hochhäuser im Mondlicht den Beschluss fasste, zuhause nur schnell Kamera und Stativ zu schnappen und sofort nochmal loszufahren. Bestimmt eine Stunde brachte ich so zu, fotografierend und weitgehend alleine auf dem Uferweg im Dunkeln, bis meine Finger schließlich klamm vor Kälte waren und ich selbst glücklich. Ich dann nach der Rückkehr ins warme Zuhause im Kühlschrank neben einem Salat mit Schafskäse einen Teller mit Carpaccio vorfand, das die Möwe extra für mich heute nachmittag vorbereitet hatte, bevor sie wegfuhr. Es war köstlich und erinnerte an unseren Sardinienurlaub.
Aber hauptsächlich liegt es wohl daran, dass die Arbeit langsam wieder beginnt, Spaß zu machen. Nicht jeden Tag, nicht in jeder Hinsicht, aber doch kontinuierlich öfter und mehr. Das Projekt ist hoffnungslos chaotisch wie eh und je, aber ich bin mit der Versetzung ins Marketing einige nervtötende Koordinierungsaufgaben losgeworden, lerne endlich wieder fachlich hinzu, habe einen neuen Chefchef, der meine Meinung zu schätzen scheint und mich fordert, darf mir Gedanken über Markteinführung in verschiedenen Ländern machen, darf Broschüren entwerfen, Seminare zu spannenden Themen besuchen, und stelle immer öfter fest, dass ich mich nicht verstecken muss mit meinen Gedanken und Vorgehensweisen, dass ich das Vakuum der Verzagtheit und Unentschlossenheit im Projekt und Management um mich herum für mich und meine Ideen nutzen kann, die dann sogar meist auch noch dankbar angenommen werden.
Hinzu kommt, dass die Abteilung mehr als glimpflich durch das Krisenjahr gekommen ist, ich mir also um meine Zukunft derzeit keine grundsätzlichen Sorgen machen muss wie noch vor einem halben Jahr, als das Geschäft und in Folge auch der interne Stellenmarkt vorübergehend eingebrochen war. Und so muss ich mir derzeit weder wünschen, dass die unbeständige, mich zuweilen in den Wahnsinn treibende firmenübergreifende Kooperation zerbrechen möge, noch würde es mich in allzugroße Nöte bringen (so schade es auch wäre, wenn »mein« Produkt jetzt doch noch über den Jordan gehen sollte).
Es ist anstrengend, auch weil ich täglich Energie brauche, um manche in vielen Jahren eingefahrene Verhaltensweisen zu überwinden. Aber so darf es andauern, und wer weiß, vielleicht entwickle ich mich am Ende sogar irgendwie weiter.
Zum anderen lag es sicher auch ein bisschen daran, dass ich auf der Heimfahrt beim Überqueren des Kanals und dem Anblick der Hochhäuser im Mondlicht den Beschluss fasste, zuhause nur schnell Kamera und Stativ zu schnappen und sofort nochmal loszufahren. Bestimmt eine Stunde brachte ich so zu, fotografierend und weitgehend alleine auf dem Uferweg im Dunkeln, bis meine Finger schließlich klamm vor Kälte waren und ich selbst glücklich. Ich dann nach der Rückkehr ins warme Zuhause im Kühlschrank neben einem Salat mit Schafskäse einen Teller mit Carpaccio vorfand, das die Möwe extra für mich heute nachmittag vorbereitet hatte, bevor sie wegfuhr. Es war köstlich und erinnerte an unseren Sardinienurlaub.

Hinzu kommt, dass die Abteilung mehr als glimpflich durch das Krisenjahr gekommen ist, ich mir also um meine Zukunft derzeit keine grundsätzlichen Sorgen machen muss wie noch vor einem halben Jahr, als das Geschäft und in Folge auch der interne Stellenmarkt vorübergehend eingebrochen war. Und so muss ich mir derzeit weder wünschen, dass die unbeständige, mich zuweilen in den Wahnsinn treibende firmenübergreifende Kooperation zerbrechen möge, noch würde es mich in allzugroße Nöte bringen (so schade es auch wäre, wenn »mein« Produkt jetzt doch noch über den Jordan gehen sollte).
Es ist anstrengend, auch weil ich täglich Energie brauche, um manche in vielen Jahren eingefahrene Verhaltensweisen zu überwinden. Aber so darf es andauern, und wer weiß, vielleicht entwickle ich mich am Ende sogar irgendwie weiter.
[giardino, 23:04] Permalink (3 Kommentare) 690
Sonntag, 1. November 2009
Wenn man...
... auf die 20 zugeht,
ist der individuelle Geschmack (hoffentlich) schon etwas definierter | kann man jedem, mich eingeschlossen, wirklich viel Glück wünschen | kann der Altersunterschied nach oben hin schon größer sein | mach ich mir schon so meine gedanken, besonders wenn man welche kennenlernt die schon mit 14+ eine Freundin hatten
... auf die 30 zugeht,
oder Kinder oder heiratsfähige Freunde hat, ist das Thema Hochzeit allgegenwärtig | sieht man die Privaten [Sender] mit ganz anderen Augen | will man am liebsten nicht mehr über den Geburtstag reden | verändert sich der Stoffwechsel, und man legt automatisch eine Kleidergröße zu | sei das ganz normal, dass ich meine Erektion nicht mehr so lange halten kann | hab ich das Gefühl, dann tut man sich sehr schwer wieder richtig in Schwung zu kommen | möchte man einfach nur noch das Spiel reinschieben und zocken können | bekommt man irgendwie Schiss, denkt zuviel nach | weiss man unterbewusst, dass es mit den Reaktionen stark abnimmt, die Sehkraft wird schwächer, das Blickfeld ist eingeschränkt und die Gichtfinger können nicht mehr so schnell am Lenkrad kurbeln | macht man wohl nicht mehr so viel Mist | will man aber auch mal auf eigenen Beinen stehen | wird man sich nur seiner Verantwortung für einen selbst oder den Partner und die Familie bewusst | wächst das Gefühl der Dringlichkeit und die Suche nach Sinn | kann man sich schonmal ein feines Stöffchen gönnen | bereut man alles, was man in dieser Hinsicht nicht getan hat
... auf die 40 zugeht,
und es bis dahin überlebt hat, dann hat man seinen Frieden mit der körperlichen Gewalt gemacht | weiß man, daß die Uhr abläuft und plant auch wieder in andere Richtungen | ist man nicht grundsätzlich schlabbrig | wird man religiös, weil einem nichts mehr einfällt | hat man in seinem Leben vermutlich schon einige Dummheiten gemacht | muss man sich langsam entscheiden: weiterhin als Angestellter arbeiten mit altersbedingter stark wachsender Abhängigkeit oder halt den Sprung in die Unabhängigkeit wagen | muss man sich eben anstrengen, damit die Männer einem noch hinterherschauen | muss man sich halt nach neuen Zielen umschauen | muss man auch nicht mehr so hüpfen | geht man schon bald in Richtung Menopause | sollte man für die Türsteher einen gültigen Perso vorweisen können | hat man mit diversen Altererscheinungen zu kämpfen, die nicht besonders erwünscht sind | und bei "schweinekram" schon zusammenzuckt, kommt man sich manchmal, nur manchmal ein bissel antiquiert vor | kann zumindest ein Belastungs-EKG nicht schaden | ist es legitim, mal laut über das Altwerden nachzudenken | kann Frau keine Zeit vergeuden, wenn sie noch Kinder will | ist in Sachen junger, attraktiver Frauen der Zug abgefahren | gibt es gute Tage, an denen einem die knapp 25 jährigen "Fickschlitten" sauige Angebote machen... und es gibt Tage wo man schon an die Rente denkt | wird es heikel man wird eben älter was will man machen | kann man auch schon mal Frischhaltefolie tragen | und nie verheiratet war, hat das Folgen | sollte man ja auch wirklich wissen, wo man seinen Platz im Leben hat | hat man seine Ruhe | sollte man beim Thema Falten lieber schweigen
... auf die 50 zugeht,
gehen die Gehälter sehr weit auseinander | ist es mit Alternativen so eine Sache | sind die Aussichten nicht eben rosig | sollte es schon etwas gediegener zugehen | sollte man allmählich etwas "über den Dingen stehen" | vergisst man schon mal etwas | sollte man seinen Stil gefunden haben | ist es nicht mehr soooo wichtig zu wissen, was ein Permalink oder Trackback ist | wird man halt träger und langsamer | muss man halt auch mal irgendwann anfangen zu arbeiten | ändern sich die Hobbies | bleibt nur noch Essen und Trinken | hat man meistens das Menue des Lebens schon mehrmals durch | will mann noch mal jung sein | denkt man doch oft, dass man schon älter ist | sind mehr Rätsel übrig geblieben, als man es sich dreißig Jahre zuvor hat träumen lassen | passieren einem schon öfter mal irgendwelche seltsamen Dinge
... auf die 60 zugeht,
muss man nicht unbedingt noch etwas Neues anfangen | macht die Prostata oft Schwierigkeiten | sollte man wohl erst recht einigermaßen Tiefgründiges machen | guckt man sowas halt | gehört es einfach zum "guten Ton" ein paar handfeste Vorurteile zu haben | will man nicht spekulieren | hat man keine Reaktionszeit | beginnt die biologische Uhr unüberhörbar zu ticken | und sich noch ausstehende Träume erfüllen möchte, heißt es, diese nicht auf die lange Bank zu schieben | läuft vielleicht nicht mehr alles so geschmeidig | überlässt man solche Aufgaben gerne Jüngeren | braucht man ein Stützrad | plagen einen schon zahllose Zipperlein aller Art
... auf die 70 zugeht,
sollte man 25% des Portfolios für Aktion und 15% des Portfolios für Immobilienfonds reservieren | benötigt man eh nicht mehr soviel Geld | müssen Jüngere dran | gehört es wohl dazu, dass man sich Gedanken macht über die Zukunft | könnte man sich eigentlich ganz entspannt zurücklehnen | hören außer den eigenen Altersgenossen alle auf, einen ernst zu nehmen
... auf die 80 zugeht,
und einen dicken silbernen Mercedes fährt, lässt man seine Frau auch nicht mehr ans Lenkrad | ist man nach der Statistik in Bälde oder bereits ein Weilchen tot | ist es wohl an der Zeit Bilanz zu ziehen | sieht man sich lieber die Bilder an, als dass man diesen Sport noch selber ausübt | wird es auch einmal Zeit aufzuhören
... auf die 90 zugeht,
erscheint eine Kindheit und Jugend im deutschsprachigen Mitteleuropa nicht besonders lang | kann man nicht mehr so viel Spass im Leben haben | gibt es keinen schöneren Tod als einzuschlafen
... auf die 100 zugeht,
stellen sich halt Zipperlein ein | überhört man alles, was höher klingt als Elmar Gunsch oder das Horn der QE II | hat man ja doch schon etwas erlebt, was ja auch für andere Menschen mit Sicherheit interessant ist | verändert sich so einiges: Man wird leicht vergesslich und hat nicht mehr alles im Überblick | zieht man doch eine Lebens-Bilanz | ist das nicht mehr so wichtig
(sagt Tante Google)
ist der individuelle Geschmack (hoffentlich) schon etwas definierter | kann man jedem, mich eingeschlossen, wirklich viel Glück wünschen | kann der Altersunterschied nach oben hin schon größer sein | mach ich mir schon so meine gedanken, besonders wenn man welche kennenlernt die schon mit 14+ eine Freundin hatten
... auf die 30 zugeht,
oder Kinder oder heiratsfähige Freunde hat, ist das Thema Hochzeit allgegenwärtig | sieht man die Privaten [Sender] mit ganz anderen Augen | will man am liebsten nicht mehr über den Geburtstag reden | verändert sich der Stoffwechsel, und man legt automatisch eine Kleidergröße zu | sei das ganz normal, dass ich meine Erektion nicht mehr so lange halten kann | hab ich das Gefühl, dann tut man sich sehr schwer wieder richtig in Schwung zu kommen | möchte man einfach nur noch das Spiel reinschieben und zocken können | bekommt man irgendwie Schiss, denkt zuviel nach | weiss man unterbewusst, dass es mit den Reaktionen stark abnimmt, die Sehkraft wird schwächer, das Blickfeld ist eingeschränkt und die Gichtfinger können nicht mehr so schnell am Lenkrad kurbeln | macht man wohl nicht mehr so viel Mist | will man aber auch mal auf eigenen Beinen stehen | wird man sich nur seiner Verantwortung für einen selbst oder den Partner und die Familie bewusst | wächst das Gefühl der Dringlichkeit und die Suche nach Sinn | kann man sich schonmal ein feines Stöffchen gönnen | bereut man alles, was man in dieser Hinsicht nicht getan hat
... auf die 40 zugeht,
und es bis dahin überlebt hat, dann hat man seinen Frieden mit der körperlichen Gewalt gemacht | weiß man, daß die Uhr abläuft und plant auch wieder in andere Richtungen | ist man nicht grundsätzlich schlabbrig | wird man religiös, weil einem nichts mehr einfällt | hat man in seinem Leben vermutlich schon einige Dummheiten gemacht | muss man sich langsam entscheiden: weiterhin als Angestellter arbeiten mit altersbedingter stark wachsender Abhängigkeit oder halt den Sprung in die Unabhängigkeit wagen | muss man sich eben anstrengen, damit die Männer einem noch hinterherschauen | muss man sich halt nach neuen Zielen umschauen | muss man auch nicht mehr so hüpfen | geht man schon bald in Richtung Menopause | sollte man für die Türsteher einen gültigen Perso vorweisen können | hat man mit diversen Altererscheinungen zu kämpfen, die nicht besonders erwünscht sind | und bei "schweinekram" schon zusammenzuckt, kommt man sich manchmal, nur manchmal ein bissel antiquiert vor | kann zumindest ein Belastungs-EKG nicht schaden | ist es legitim, mal laut über das Altwerden nachzudenken | kann Frau keine Zeit vergeuden, wenn sie noch Kinder will | ist in Sachen junger, attraktiver Frauen der Zug abgefahren | gibt es gute Tage, an denen einem die knapp 25 jährigen "Fickschlitten" sauige Angebote machen... und es gibt Tage wo man schon an die Rente denkt | wird es heikel man wird eben älter was will man machen | kann man auch schon mal Frischhaltefolie tragen | und nie verheiratet war, hat das Folgen | sollte man ja auch wirklich wissen, wo man seinen Platz im Leben hat | hat man seine Ruhe | sollte man beim Thema Falten lieber schweigen
... auf die 50 zugeht,
gehen die Gehälter sehr weit auseinander | ist es mit Alternativen so eine Sache | sind die Aussichten nicht eben rosig | sollte es schon etwas gediegener zugehen | sollte man allmählich etwas "über den Dingen stehen" | vergisst man schon mal etwas | sollte man seinen Stil gefunden haben | ist es nicht mehr soooo wichtig zu wissen, was ein Permalink oder Trackback ist | wird man halt träger und langsamer | muss man halt auch mal irgendwann anfangen zu arbeiten | ändern sich die Hobbies | bleibt nur noch Essen und Trinken | hat man meistens das Menue des Lebens schon mehrmals durch | will mann noch mal jung sein | denkt man doch oft, dass man schon älter ist | sind mehr Rätsel übrig geblieben, als man es sich dreißig Jahre zuvor hat träumen lassen | passieren einem schon öfter mal irgendwelche seltsamen Dinge
... auf die 60 zugeht,
muss man nicht unbedingt noch etwas Neues anfangen | macht die Prostata oft Schwierigkeiten | sollte man wohl erst recht einigermaßen Tiefgründiges machen | guckt man sowas halt | gehört es einfach zum "guten Ton" ein paar handfeste Vorurteile zu haben | will man nicht spekulieren | hat man keine Reaktionszeit | beginnt die biologische Uhr unüberhörbar zu ticken | und sich noch ausstehende Träume erfüllen möchte, heißt es, diese nicht auf die lange Bank zu schieben | läuft vielleicht nicht mehr alles so geschmeidig | überlässt man solche Aufgaben gerne Jüngeren | braucht man ein Stützrad | plagen einen schon zahllose Zipperlein aller Art
... auf die 70 zugeht,
sollte man 25% des Portfolios für Aktion und 15% des Portfolios für Immobilienfonds reservieren | benötigt man eh nicht mehr soviel Geld | müssen Jüngere dran | gehört es wohl dazu, dass man sich Gedanken macht über die Zukunft | könnte man sich eigentlich ganz entspannt zurücklehnen | hören außer den eigenen Altersgenossen alle auf, einen ernst zu nehmen
... auf die 80 zugeht,
und einen dicken silbernen Mercedes fährt, lässt man seine Frau auch nicht mehr ans Lenkrad | ist man nach der Statistik in Bälde oder bereits ein Weilchen tot | ist es wohl an der Zeit Bilanz zu ziehen | sieht man sich lieber die Bilder an, als dass man diesen Sport noch selber ausübt | wird es auch einmal Zeit aufzuhören
... auf die 90 zugeht,
erscheint eine Kindheit und Jugend im deutschsprachigen Mitteleuropa nicht besonders lang | kann man nicht mehr so viel Spass im Leben haben | gibt es keinen schöneren Tod als einzuschlafen
... auf die 100 zugeht,
stellen sich halt Zipperlein ein | überhört man alles, was höher klingt als Elmar Gunsch oder das Horn der QE II | hat man ja doch schon etwas erlebt, was ja auch für andere Menschen mit Sicherheit interessant ist | verändert sich so einiges: Man wird leicht vergesslich und hat nicht mehr alles im Überblick | zieht man doch eine Lebens-Bilanz | ist das nicht mehr so wichtig
(sagt Tante Google)
[giardino, 18:33] Permalink (2 Kommentare) 558
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