Sonntag, 6. März 2011
- Auszeit -
Auch wenn die Fastenzeit regulär erst am Mittwoch beginnt, für mich fängt sie jetzt und heute abend an. Sieben Wochen kein Blog (lesen wie schreiben), kein Twitter (lesen wie schreiben), keine Rund-um-die-Uhr-Spammerjagd auf blogger.de. Ein privates Experiment, ein Versuch aus der Ahnung heraus, dass sich auf diese Weise die eine oder andere erhellende Erfahrung ergeben könnte. Besonders spürbar wird sich hier angesichts der Beitragsfrequenz der letzten Monate ohnehin nichts ändern. Also dann: Macht es gut. Bis Ostern!

[giardino, 22:49] Permalink 2667



Montag, 14. Februar 2011
Ja, mach nur einen Plan
Nicht zum ersten Mal will man von mir im Rahmen eines Bewerbungsgesprächs explizit wissen, was meine Ziele NACH der zu vergebenden Stelle sind. Die berühmte 5-Jahres-Frage.

Warum?, frage ich mich. Ich bewerbe mich auf eine Stelle, um dann gleich zu erklären, was ich größeres (und damit: anderes) im Sinn habe? Wie soll ich jetzt wissen, was sich in der anderen Geschäftseinheit, die ich noch gar nicht näher kenne, in drei, vier Jahren an neuen, interessanten Aufgaben auftut? Wie sehr mir schon die beworbene Stelle überhaupt am Ende gefallen wird? Was ich für Erfahrungen mache, die mich in die eine oder andere neue Richtung schubsen werden?

Ein weiterer Aufstieg interessiert mich auch nicht. Im Moment jedenfalls. Ich möchte jetzt endlich erst einmal das tun können, wozu ich vor drei Jahren in meine jetzige Position gewechselt bin, was aber nie richtig zur Entfaltung kommen durfte.

Ich bin von meiner Mentalität her kein Vorausplaner, zumindest nicht nach Jahren. Im Gegenteil, in mir sträubt sich mit regelrecht religiöser Überzeugung etwas dagegen, das Leben im großen Maßstab zu verplanen. Ich weiß sehr, sehr genau, was mir konkret gut tut und was nicht. Ich weiß grob, in welcher Richtung das Ufer liegt, an das ich will. Aber ich wehre mich dagegen, über die nächsten ein, zwei Steine hinaus jetzt schon weitere festzulegen, über die ich dorthin gelange. Ich will offene Augen und Ohren haben, wenn mir Gott, das Leben, oder nennt es wie ihr wollt, einen überraschenden Pfad anbietet.

Im kurzen Telefonat heute klang die klare Erwartung durch, dass man zeigen können muss, wohin man über die Stelle hinaus will. Ich verstehe das nicht; mir wäre ja ein Bewerber, der mir klarmacht, dass die Stelle für ihn nur eine Zwischenstation in einem großen Plan sein soll, eher suspekt als einer, der mit Leidenschaft für diese Aufgabe lebt, aber noch nicht festlegen möchte, in welche Richtung er sich in ein paar Jahren weiterentwickeln wird.

Ich bin noch nicht sicher, ob ich im Bewerbungsgespräch ehrlich und selbstbewusst meinen Standpunkt darstellen soll, die ihm innewohnende Flexibilität hervorheben, oder — wie vermutlich die meisten Mitbewerber es tun würden — den offensichtlichen Erwartungen entsprechen und vorgeben soll, ich wolle anschließend noch die Welt erobern.

Was würdet ihr tun?

[giardino, 13:25] Permalink (14 Kommentare) 1243