Montag, 25. Februar 2013

»Guten Tag. Glauben Sie eigentlich an die Wiederverwertung?«

[giardino, 16:17] Permalink (5 Kommentare) 419



Mittwoch, 20. Februar 2013
deutsch sein
Deutscher kann man nur sein, nicht werden. Und zwar exklusiv.

Fast 70 Jahre nach dem Sieg der Alliierten über den deutschen Nationalsozialismus, 50 Jahren europäischer Wirtschaftsgemeinschaft, 20 Jahre nach Schengen II, in einem Land mit 7,4 Millionen Menschen anderer Staatsbürgerschaften und noch einmal so vielen Deutschen mit sogenanntem Migrationshintergrund ist dieser Leitsatz immer noch in den Köpfen vieler Politiker, Beamten und Bürger verankert und sorgt dafür, dass ein Großteil der Bemühungen scheitert, Einwanderung mit klugen Prinzipien zu steuern.

Egal ob es um mehrfache Staatsbürgerschaft geht, um Kriterien zur Einbürgerung, um den Umgang mit in Deutschland aufgewachsenen Kindern von Migranten, um Anerkennung von im Ausland erworbenen Abschlüssen, um den merkwürdigen Begriff von Integration als Aufgabe der eigenen Identität, oder um den Umgang mit längst eingebürgerten Migranten (die in Vorstellung und Bezeichnung immer Ausländer bleiben – die höchste sprachliche Einbürgerungsstufe ist vermutlich soetwas wie Deutsch-Türke) und denen man gegenüber dem Ausland nicht den gleichen Schutz gewährt wie anderen Staatsbürgern. Vom Umgang mit Flüchtlingen ganz zu schweigen.

Über diese grundlegende, lange überkommene und verkorkste Vorstellung von Nation und Deutschsein müssen wir reden und darüber, welches Bild an diese Stelle treten kann, mehr noch als über Einzelvorschriften und -gesetze. Sonst scheitern die meisten Debatten nach wie vor schon an der Anerkennung der Wirklichkeit.

[giardino, 11:36] Permalink (3 Kommentare) 478